🟠 100 neue AKWs in Asien

Europa bereut Automausstieg

☕️ Guten Morgen Freunde,

endlich Freitag! Aber: Es ist Freitag der 13. Wir fliegen zum Glück erst morgen nach Shenzhen…

Schönes Wochenende schonmal!

In der heutigen Ausgabe:

  • Europa will zurück zur Atomkraft, ganz Asien baut schon längst

  • Koreanische Privatanleger wetten auf Chinas Robotik-Industrie

  • Japanischer Elektronikkonzern baut Singapur-Werk

P.S. Passend zum heutigen Top Bit: Checkt mal mit unserem interaktiven Tool, wie abhängig die Welt von Chinas Supply Chain ist.

Yen rutscht Richtung 160: Der japanische Yen fiel auf 159,40 pro Dollar, den schwächsten Kurs seit Januar.

Hauptgrund: Der Ölpreis schoss über 100 Dollar pro Barrel (+10%), und Japan importiert fast sein gesamtes Öl. Im Juli 2024, das letzte Mal, als der Yen so schwach war, griff Japans Zentralbank ein und stützte die Währung. Diesmal hält sie sich raus, weil weniger Menschen auf einen Absturz wetten.

TOP BIT

Europa gesteht "strategischen Fehler" ein - Asien baut 100 AKWs

"Es war ein strategischer Fehler für Europa, sich von zuverlässiger Energie abzuwenden"

Ursula von der Leyen, EU-Kommissions-Präsidentin

Die EU-Kommission will 200 Millionen Euro in Mini-Reaktoren (SMR) investieren, erste Inbetriebnahme Anfang der 2030er.

In Asien ist die Entwicklung schon deutlich weiter:

Chinas Atom-Marathon

59 Reaktoren in Betrieb, 28-36 im Bau – mehr als jedes andere Land. Peking genehmigte 2025 zehn neue Reaktoren ($27 Mrd) – zum vierten Mal in Folge 10+ pro Jahr.

  • Bauzeit: 5 Jahre pro Reaktor (vs. 10-15 Jahre in Europa/USA)

  • Ziel 2035: 200 GW Kapazität (aktuell 62 GW)

  • Technologie: Weltweit erster Gen-IV-Hochtemperaturreaktor (2023), Thorium-Experimente laufen

China exportiert bereits: Ziel sind 30 Reaktoren in Belt-&-Road-Ländern bis 2030, Umsatz $145 Mrd.

Südkorea: 80% Zustimmung

Öffentliche Umfragen zeigten 80%+ Unterstützung für Atomkraft.

26 Reaktoren liefern 31,7% des Stroms. Plan bis 2038: Zwei neue Großreaktoren (2,8 GW) plus erster kommerzieller SMR (700 MW).

Japan nach Fukushima

15 Jahre nach der Katastrophe laufen 15 von 33 Reaktoren wieder.

Ziel bis 2040: 20% Atomstrom (aktuell 9%).

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MARKET BIT

Koreanische Privatanleger wetten $444 Mio. auf Chinas Robotik-Zulieferer

Koreanische Konzerne bauen ihre China-Abhängigkeit ab. 

Koreanische Privatanleger machen das genaue Gegenteil: Sie stecken Hunderte Millionen Dollar in Fonds, die auf Chinas Humanoid-Robotik-Lieferkette setzen.

Die Details

Sieben Humanoid-Robotik-ETFs sind an der Korea Exchange gelistet: zwei mit Fokus Korea, zwei auf die USA, zwei auf China und einer global.

  • China-ETFs: $444 Mio. an Assets under Management.

  • Korea-ETFs: $465 Mio., fast gleichauf.

  • US-ETFs: $288 Mio., deutlich weniger.

Die beiden China-Produkte kommen von Mirae Asset und Samsung Asset Management.

Mirae Assets Fonds, aufgelegt im Mai 2025, bildet Chinas gesamte Robotik-Lieferkette ab und hat seit Listing 43% zugelegt. Samsungs Pendant liegt leicht im Minus. US-fokussierte Robotik-ETFs liefern +15-30%, ein globaler Fonds sogar 60%.

Die Rechnung dahinter:

Goldman Sachs hat im November neun chinesische Zulieferer befragt, darunter Sanhua und Tuopu Group: Die Firmen planen Kapazitäten für 100.000 bis 1 Million Roboter-Einheiten pro Jahr, obwohl noch keine Großaufträge bestätigt sind.

Bei Agibot, Unitree und UBTech, den aktuell größten Humanoid-Produzenten nach Stückzahl, ist die Lieferkette fast vollständig chinesisch.

Lee Jong-min von Mirae Asset vergleicht die Robotik-Lieferkette mit der EV-Industrie: Motoren, Aktuatoren, Seltene Erden, die kritischen Bauteile für humanoide Roboter kommen teilweise ausschließlich aus China.

  • Die Wette der Anleger: Steigen die Stückzahlen, skalieren die Margen entlang der gesamten Lieferkette mit.

  • Dieselbe Wette hat vor fünf Jahren bei EV-Zulieferern funktioniert, bevor CATL und BYD den Weltmarkt dominierten.

  • Dazu kommt: Chinas Aktienmarkt ist im Vergleich zum BIP deutlich günstiger bewertet als der US-Markt, was Raum für eine Neubewertung lässt.

HIGHLIGHTS 

🇨🇳 Cambricon schreibt erstmals schwarze Zahlen: Der chinesische KI-Chiphersteller hat 2025 seinen ersten Jahresgewinn eingefahren: 2,1 Mrd. Yuan bei einem Umsatzsprung von 1,2 auf 6,5 Mrd. Yuan. Treiber ist die wachsende Nachfrage chinesischer Tech-Konzerne wie Alibaba und Tencent, die angesichts der Nvidia-Exportbeschränkungen auf heimische Chips umsteigen. 2026 will Cambricon 500.000 KI-Beschleuniger ausliefern und damit Huawei Marktanteile abnehmen.

🇯🇵 Robotaxis für Tokio: Nissan, Uber und das britische Start-up Wayve wollen Ende 2026 autonome Taxis in Tokio testen. Die Robotaxis basieren auf Nissans Leaf-Elektroautos mit Wayves kamerabasierter KI, die ohne HD-Karten auskommt. In Tokio drängen bereits Waymo und das Toyota-gestützte Nuro auf die Straße. Der globale Robotaxi-Markt soll bis 2034 auf 189 Mrd. USD wachsen.

🇨🇳 Vom Staubsauger zum Chipdesigner: Dreame Technology, bekannt für Saugroboter und Haartrockner, hat unter der Marke NXMind eine eigene Chip-Sparte vorgestellt. Der erste Serienchip steuert Lidar- und KI-basierte Navigation für Roboterstaubsauger. Dazu zeigte Dreame einen autonomen Fahrchip mit 2.000 TOPS Rechenleistung und einen Mobilprozessor. Dreame setzte 2025 über 40 Mrd. Yuan (5,8 Mrd. USD) um und hält 12,4% Marktanteil bei Saugrobotern weltweit.

🇸🇬 Japanischer Elektronikkonzern baut Singapur-Werk: Kaga Electronics eröffnet im Frühjahr 2026 eine Leiterplatten-Fabrik in Singapur. Zielgruppe sind chinesische Hersteller, die wegen US-Zöllen und geopolitischer Spannungen Produktion ins Ausland verlagern. Der Stadtstaat punktet mit starker Infrastruktur für Elektronikfertigung. Das Werk dient gleichzeitig als Showroom für Produktionsanlagen, die gemeinsam mit chinesischen Partnern entwickelt wurden.

BEHIND THE BITS

Shenzhen kriegt den ganzen Hype.

Aber wer letzte Woche mit uns durch den Sino-German Industrial Park und durch Robotics-Hallen in Beijing gelaufen wäre, hätte verstanden, warum die Hauptstadt unterschätzt wird.

Wir haben dort Gespräche geführt und Unternehmen besucht, aus denen 2026 konkrete Partnerschaften und Events für euch werden.

Mehr dazu in den nächsten Wochen.

MEHR ASIABITS

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