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🟠 8% Wachstum: Kopiert Vietnam das Korea-Modell?

Max. Lesezeit: 4:25 min

asiabits


Heute schreiben für euch:
Anna, Michael & Thomas

☕️ Guten Morgen Freunde,

falls euch einer eurer Freunde dieses Wochenende im Club oder in der Bar einfach kommentarlos stehen lässt: nicht persönlich nehmen.

In Bangkok gilt das inzwischen unter Gen Z und Millenials fast als höflich. Kurz vorbeischauen, ein Drink, ein Gespräch und dann leise verschwinden, ohne Umarmungs-Marathon oder Rechtfertigungen.

Keine Sorge: bei asiabits machen wir’s oldschool. Wir hoffen, ihr bleibt bis zum Schluss, denn ganz unten wartet unser neues “Quiz der Woche” – ab jetzt jeden Freitag ein kleines Spiel für euer Wochenende.

In diesem Sinne: schönes Wochenende euch. 👋

China-Preisstatistik bremst Stimmung: Die Verbraucherpreise stiegen im Jahresvergleich um 0,8 % und erreichten damit den höchsten Stand seit Februar 2023. Solange Inlandskonsum und breitere Inflation nicht deutlich zulegen, bleiben Aktien-Rallys stärker von Sektoren wie Tech und Export-Gewinnern abhängig.

Rekordzahlen von Samsung, Micron und Co. bestätigen den Memory-Supercycle.

  • Samsung sprengt die Skala: Q4-Gewinn erstmals über 20 Bio. Won (~15 Mrd. USD), Umsatz Rekord bei 93 Bio. Won (~70 Mrd USD). Das Halbleitergeschäft liefert mittlerweile über 80 % des Konzerngewinns.

TOP BIT

🇻🇳 Vietnams Turbo-Wachstum nach dem Korea-Prinzip

Landmark 81 in HCMC

Vietnam liefert ab: 8 % BIP-Wachstum in 2025, die Börse boomt und das Land steigt offiziell in die Riege der „Upper-Middle-Income“-Nationen auf.

Doch hinter den glänzenden Fassaden neuer Mega-Stadien und Flughäfen zeigen sich Risse: Das Land hängt am Tropf weniger Giganten und kämpft mit einer gefährlichen Abhängigkeit von China.

Wir treten in eine Ära des nationalen Aufstiegs ein.

To Lam, Vietnams Staatschef

Details

🏗️ Beton-Boom: Vietnam baut, als gäbe es kein Morgen. Die Infrastruktur-Ausgaben stiegen um 27 % auf 32 Mrd. $. Für 2026 ist ein weiteres Budget-Plus von 34 % geplant. Das Ziel: 10 % Wachstum – koste es, was es wolle.

🏦 "Chaebol" auf Vietnamesisch: Vietnams Aktienmarkt stieg um 37 %. Aber: Fast drei Viertel dieser Gewinne stammen von nur drei Aktien des Vingroup-Imperiums. Ohne diesen einen Konzern wäre die Rally mit 11 % eher mittelmäßig.

🚧 Der Vin-Fail: Wie fragil das Modell ist, zeigt das 67-Mrd.-$-Bahnprojekt. Vingroup zog sich kurzfristig zurück, weil der Staat keine zinslosen Kredite für 80 % der Kosten gewähren wollte.

🇨🇳 Der China-Schatten: Das Handelsdefizit mit China stieg um 40 % – Vietnam fungiert oft nur noch als Endmontage-Halle für chinesische Vorprodukte, um US-Zölle zu umgehen.

📉 Rätselraten um Strom: Der Stromverbrauch wuchs gleichzeitig nur um knapp 5 %. Historisch müsste der Energiebedarf deutlich stärker steigen. Das weckt Zweifel, wie viel von dem Wachstum tatsächlich in der realen Produktion ankommt.

HCMC als Rettungsanker?

Vietnam versucht gerade, das starre Modell aufzubrechen. Die Resolution 260 macht die Wirtschaftsmetropole Ho-Chi-Minh-Stadt zum Testlabor für ein moderneres Vietnam:

  • Bürokratie-Bypass: HCMC darf Mega-Projekte jetzt eigenständig durchwinken, ohne auf das langsame Hanoi zu warten. Ziel ist es, den Investitionsstau aufzulösen.

  • Logistik statt Montage: Mit der neuen Freihandelszone Cái Mép Hạ will Vietnam den Sprung vom reinen "Werkstor für China-Teile" zum eigenständigen globalen Logistik-Hub schaffen.

  • Der Transit-Finanz-Loop (TOD): Die Stadt baut Metro-Linien, behält 100 % der Gewinne aus den wertvollen Grundstücken direkt an den Stationen und finanziert so die eigene Infrastruktur.

🥡 Takeaway

Das Land wächst zwar rasant, aber der Wohlstand und die Wertschöpfung entstehen primär in den Büchern ausländischer Konzerne. Mehr als 77% des Exportvolumens kommen von Auslandsfirmen, die Exporte heimischer Unternehmen sind zuletzt sogar um 6% gefallen.

Das Land ist aktuell eher ein hocheffizienter „Gastgeber“ für fremdes Kapital als eine eigenständige Wirtschaftsmacht. Die Zielmarke von 10 % für 2026 ist eine riskante Wette. Entscheidend für den langfristigen Erfolg ist, ob Reformen wie in HCMC die Abhängigkeit von globalen Multis und Konzern-Riesen brechen.

📊 Alle Details & Daten: The Economist, The Business Times, Saigon News

UNSER PARTNER

Can you scale without chaos?

It's peak season, so volume's about to spike. Most teams either hire temps (expensive) or burn out their people (worse). See what smarter teams do: let AI handle predictable volume so your humans stay great.

NUMBER OF THE DAY

So viele Banker werden in Singapur für AI fit gemacht.

🤖 Bootcamp statt Jobabbau: DBS, OCBC und UOB setzen für die nächsten ein bis zwei Jahre auf ein klares Ziel: nicht sparen, sondern Produktivität für alle lokalen Teams. Agentic-AI-Tools schaffen in Minuten, wofür früher ein Arbeitstag draufging.

🏦 Staat + Banken im Gleichschritt: Staat, Regulatoren und Institute arbeiten eng zusammen. AI-Anwendungen werden früh mit der Finanzaufsicht MAS abgestimmt und parallel an nationale Weiterbildungsprogramme gekoppelt.

Watch: Singapur will AI zum Karriere-Upgrade machen, nicht zum Kündigungstreiber. Andere Finanzplätze ringen noch mit Jobängsten, hier setzt man zuerst auf Umschulung und erst danach auf Automatisierung.

MARKET BIT

🇨🇳 China prüft Metas 2-Mrd.-Manus-Deal

🔍 Deal unter Aufsicht: Chinas Handelsministerium prüft Metas >2 Mrd. USD-Übernahme des chinesischen AI-Agenten-Startups Manus auf mögliche Verstöße gegen Export- und Investitionsregeln.

🧠 Technologie im Fokus: Im Zentrum steht die Frage, ob Manus’ Know-how und Mitarbeiter beim Umzug nach Singapur eine chinesische Exportlizenz hätten benötigen müssen.

🌏 Seltene US-Übernahme: Der Deal ist einer der wenigen Fälle, in denen ein US-Techkonzern ein hochkarätiges AI-Startup mit chinesischen Wurzeln kauft – politisch hochsensibel.

🧳 „Singapore-washing“: Manus verlagerte Team und Technik 2025 nach Singapur, ein gängiger Schritt chinesischer Startups zur Entschärfung geopolitischer Risiken.

⚠️ Hebel für Peking: Die Prüfung könnte Auflagen, Verzögerungen oder im Extremfall ein Stoppsignal bedeuten – ähnlich wie beim TikTok-Fall.

Hintergrund

Obwohl Manus’ Agenten-Software nicht als „kritische Kerntechnologie“ gilt, fürchtet Peking Signalwirkung: Startups könnten China verlassen, um Regulierung zu umgehen. Der Deal wird damit zum Präzedenzfall dafür, wie weit Chinas Exportkontrollen künftig auch Code, Talent und Daten erfassen.

👉 Ganze Story: Financial Times, Reuters, Bloomberg

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STARTUP OF THE DAY

🇨🇳 Manus

🤖 Manus im Rampenlicht

Für über 2 Milliarden US-Dollar übernimmt Meta Manus, ein in China gegründetes AI-Startup, das inzwischen seinen Hauptsitz in Singapur hat.

Gegründet im März 2025, bezeichnet sich Manus als weltweit erster „General“-AI-Agent, der Aufgaben wie Programmieren, Marktforschung, Design und Datenanalyse eigenständig erledigt. Das Startup hat kürzlich die 100-Millionen-Dollar-Marke beim Jahresumsatz überschritten.

  • Die Gründer: Xiao Hong („Red“), CEO von Butterfly Effect, und Ji Yichao („Peak Ji“), Chief Scientist bei Manus

Auswirkungen des Kaufs: Manus wird als eigenständiges Produkt weitergeführt, erhält jedoch die Unterstützung von Meta, um schneller zu wachsen. Gleichzeitig werden alle Verbindungen zu China gekappt, chinesische Aktivitäten eingestellt und Mitarbeitende umgezogen.

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HIGHLIGHTS

🚢 Indien & Deutschland kurz vor 8-Milliarden-Dollar U-Boot-Deal: Indien und Deutschland stehen kurz davor, ein Deal im Wert von 8 Milliarden Dollar über die Herstellung von U-Booten abzuschließen. Erstmals würde Indien vollen Technologietransfer erhalten, sodass die U-Boote im Inland gebaut werden können. Das Projekt soll Indiens veraltete U-Boote modernisieren, die Präsenz im Indischen Ozean stärken und die Abhängigkeit von russischer Ausrüstung verringern.

💻 China stoppt Bestellungen für Nvidia H200-Chips: Chinesische Tech-Unternehmen wurden aufgefordert, Bestellungen für Nvidias H200 KI-Chips auszusetzen. Der US-Chiphersteller verlangt vollständige Vorauszahlungen von chinesischen Käufern, ohne Rückerstattungs- oder Stornierungsmöglichkeiten. Chinesische Experten warnen zudem vor einer zu starten Abhängigkeit von US-Chips, auch wenn heimische Alternativen noch hinterherhinken.

🍺 Kenia klagt gegen Diageos 2,3 Milliarden-Dollar Verkauf an Asahi: Ein kenianischer Biervertrieb hat Klage eingereicht, um den 2,3 Milliarden-Dollar Verkauf von Diageos Anteil an East African Breweries (EABL) an Japans Asahi zu stoppen. Hintergrund ist ein laufender Wettbewerbsstreit. Dieser hatte bereits Auswirkungen auf Diageos Aktien, die um über 2 % fielen. Ein erfolgreicher Abschluss des Deals wäre ein wichtiger Schritt für Japans Einstieg in den afrikanischen Biermarkt.

COUNTRY READS

🇨🇳 Alibaba’s Amap führt KI-unterstütztes 3D-“Flying Street View” ein, um Orte besser erkunden zu können. Mehr dazu.

🇻🇳 Vietnam gibt fast 2 Milliarden Dollar für Fleischimporte aus, während die Preise für Schweinefleisch vor dem chinesischen Neujahr steigen. Mehr dazu.

🇰🇷 Südkorea verringert seine Abhängigkeit von japanischen Materialien nach Chinas Exportbeschränkungen. Mehr dazu.

BITS TO DO

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BEHIND THE BITS

Wir wollen euch ja nicht neidisch machen, aber das ist ein typischen Team-Mittagessen in Shanghai. 😋

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