🟠 Alibaba greift US-KI an

+ VinFast mit Milliardenverlust

☕️ Guten Morgen Freunde,

Shenzhen bereitet uns Kopfschmerzen. Wir haben es schon 100-mal gesagt, es ist aber wirklich wahr. Die Geschwindigkeit hier ist unglaublich.

Wir brauchen nächste Woche erstmal Urlaub. Wo sollen wir hin? Schreibt uns bitte Ziele. Danke!

In der heutigen Ausgabe:

  • Alibaba entfesselt den „Monkey King“

  • Malaysia wird zum Investoren-Hafen

  • Geely erhält EU-Zulassung für Smart Driving

Viel Spaß beim Lesen! 📰

Nvidia zieht Asien hoch: Asiens Börsen haben am Dienstag breit zugelegt, angeführt vom KOSPI mit +2,9% nach starken Nvidia-Zahlen und neuen Partnerschaften mit Hyundai, BYD und Geely für autonomes Fahren.

TOP BIT

Alibaba entfesselt den „Monkey King“: Wukong greift im KI-Agenten-Markt an

Mitten in einer radikalen internen Umstrukturierung hat Alibaba am Dienstag seine neueste Geheimwaffe im KI-Wettlauf vorgestellt: Wukong.

Benannt nach dem legendären Affenkönig, markiert die Plattform den Übergang von einfachen Chatbots zu proaktiven „Agentic AI“-Systemen für Unternehmen. Alibaba reagiert damit auf den massiven „OpenClaw“-Hype, der derzeit Chinas Tech-Sektor überrollt.

Wukong: Der proaktive digitale Mitarbeiter

Im Gegensatz zu herkömmlichen KI-Tools, die lediglich auf Fragen antworten, kann Wukong eigenständig Aufgaben in Unternehmenssystemen ausführen.

  • Kernfunktionen: Dokumentenbearbeitung, Freigabeprozesse, Meeting-Transkriptionen und komplexe Marktanalysen über eine zentrale Schnittstelle.

  • Integration: Die Plattform ist als Desktop-App oder via DingTalk (über 20 Mio. Firmenkunden) verfügbar. Geplant ist die Anbindung an westliche Tools wie Slack, Microsoft Teams sowie an Alibabas Ökosysteme Taobao und Alipay.

  • Sicherheit: Um Bedenken beim Datenschutz zu zerstreuen, bietet Alibaba eine „Enterprise-Grade“-Infrastruktur, die den Zugriff der Agenten auf sensible Firmendaten kontrolliert.

Umbau & Unruhe: Die Schattenseiten des KI-Booms

Die Vorstellung von Wukong erfolgt zu einem kritischen Zeitpunkt für Alibaba. Einen Tag zuvor kündigte der Konzern die Gründung der Alibaba Token Hub (ATH) an, die alle KI-Aktivitäten unter der Leitung von CEO Eddie Wu bündelt.

  1. Personal-Exodus: Das Team hinter dem erfolgreichen KI-Modell Qwen hat prominente Abgänge zu verzeichnen. Chef-Entwickler Lin Junyang verließ das Unternehmen im März, gefolgt von den Leitern für Post-Training und Coding.

  2. Finanzdruck: Alibaba steht am Donnerstag vor der Veröffentlichung seiner Quartalszahlen. Investoren erwarten nach Investitionen von über 53 Mrd. USD in KI klare Beweise für eine Monetarisierung.

Experten sehen in Wukong und OpenClaw den Beginn des „AGI-Inflektionspunkts“. Die KI „chattet“ nicht mehr nur, sie „handelt“ (VLA - Vision-Language-Action).

Während die USA bei den Basistechnologien führen, entwickelt sich China zum weltweit größten Testlabor für die praktische Anwendung dieser KI-Agenten im Berufsalltag.

Alle Details & Daten: CNBC, Reuters

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MARKET BIT

VinFast: $3,9 Mrd. Verlust und ein hausgemachter Absatzrekord

Vietnams größter Autohersteller VinFast hat 2025 fast 197.000 EVs verkauft, doppelt so viele wie im Vorjahr. Klingt nach Durchbruch. Aber der Absatzrekord hat einen Haken:

  • Nettoverlust: $3,87 Mrd. (+26%).

  • Bruttomarge: -42,5% (Vorjahr: -57,4%).

Der Haken

VinFast verkauft jedes Auto unter den eigenen Kosten.
Herstellungskosten 2025: $5,13 Mrd. bei einem Umsatz von $3,6 Mrd.

  • Vietnam: 89% aller Verkäufe, Marktanteil von 22% auf 36%

  • USA/Europa: Gescheitert. 1.413 US-Verkäufe 2025 (-57%), alle Europa-Showrooms geschlossen. Mindestens $14 Mrd. wurde in die Westexpansion investiert

  • Südostasien: Hier wächst VinFast. Nr. 4 BEV-Marke in Indien, Nr. 3 in Indonesien, Nr. 2 auf den Philippinen. Neue Fabriken in Indien und Indonesien

Vuong hat VinFast eine $2 Mrd. Finanzierung persönlich zugesagt, $1,1 Mrd. davon abgerufen und Vingroup stellt weitere $1,4 Mrd. bereit.

Die subventionierte Verdopplung

2023 wollte VinFast die Welt erobern: Nasdaq-Börsengang, Showrooms von Kalifornien bis Deutschland.

Die Realität: schlechte Reviews, Software-Rückrufe, $6,4 Mio. US-Umsatz im ganzen Jahr. Seitdem hat sich das Unternehmen nach Vietnam und Südostasien zurückgezogen. 72% der Autos gingen an die eigene Taxi-Flotte GSM.

Daran hat sich strukturell wenig geändert. Pham Nhat Vuong, Vietnams reichster Mann und VinFast-Gründer, hält 95% an GSM, kauft die eigenen Autos unter Marktpreis und betreibt über 30.000 E-Taxis. Dazu kommen staatliche Steuerbefreiungen bis 2027 und ein geplantes Verbrenner-Verbot in Hanoi.

  • Der GSM-Anteil ist von 72% auf 33% gesunken, aber VinFast bleibt abhängig von der eigenen Flotte als Absatzgarant.

Roboter-Rettung

Aber die Bruttomarge verbessert sich Quartal für Quartal, und für niedrigere Stückkosten setzt VinFast auf Automatisierung: Schwester-Firma VinMotion hat auf der CES mit Qualcomm einen Humanoid für die eigene Produktionslinie vorgestellt.

Gründer Vuong sagt, er stützt VinFast "bis sein Geld aufgebraucht ist."

  • Ziel 2026: 300.000 EVs und Break-even.

  • Kapazität: 600.000. Ausgelastet ist bisher ein Drittel.

CHART OF THE WEEK

HIGHLIGHTS 

🇰🇷 Samsung zeigt HBM4E auf Nvidia GTC: Samsung hat auf der Nvidia GTC 2026 erstmals seinen HBM-Chip der siebten Generation vorgestellt. Der HBM4E schafft 16 Gigabit pro Sekunde pro Pin und 4 Terabyte Bandbreite, ein deutlicher Sprung gegenüber dem HBM4. Nvidia-CEO Jensen Huang erwähnte Samsung in seiner Keynote, beide kooperieren inzwischen auch bei der Chip-Auftragsfertigung. Samsung liefert bereits HBM4 für Nvidias kommende Vera-Rubin-KI-Plattform.


🇲🇾 Malaysia wird zum Investoren-Hafen: Während der Nahostkonflikt Asiens Börsen durchrüttelt, verlor Malaysias KLCI im März nur 1,2%. Das Land profitiert als einer der wenigen Netto-Energieexporteure Asiens direkt vom Ölpreisanstieg, Erdöl macht 12,5% der Staatseinnahmen aus. In diesem Rahmen wurde Malaysia von Underweight auf Neutral hochgestuft. Premierminister Anwar Ibrahim setzt zudem auf Halbleiter und Rechenzentren, was ausländische Direktinvestitionen anzieht.


🇨🇳 Geely erhält EU-Zulassung für Smart Driving: Geely hat als zweiter Autohersteller nach BMW eine Sicherheitszertifizierung für sein Fahrassistenzsystem nach europäischen Standards erhalten. Die Technik soll ab Juni in Lotus-Fahrzeugen in Europa zum Einsatz kommen. Auch XPeng und Nio drängen mit Assistenzsystemen in internationale Märkte. In den USA dagegen sollen vernetzte Fahrzeuge mit chinesischer Hard- und Software ab 2027 schrittweise verboten werden.


🇯🇵 Daifuku plant Humanoide für die Logistik: Der weltweit größte Hersteller von Material-Handling-Systemen hat im Januar eine eigene Humanoiden-Einheit gegründet und am 11. März ein Physical-AI-Labor in Tokio eröffnet. Die Roboter sollen Picking-Aufgaben in E-Commerce-Lagern übernehmen, die für klassische Industrieroboter zu komplex sind. Statt auf Beine setzt Daifuku auf Räder: Fabrik- und Lagerböden sind flach, Zweibeiner unnötig. Erste Feldtests peilt Präsident Tomoaki Terai innerhalb von drei Jahren an.

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