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🟠 Anleger reißen sich um Chinas Nvidia

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Börsenrausch in Shanghai: 25 Milliarden Dollar für 1,7 % Marktanteil


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Am Freitag ging in Shanghai ein wenig bekannter Chiphersteller an die Börse, sammelte jedoch genauso viel Geld ein wie Unitree im August.

Privatanleger wollten 4.073-mal so viele Aktien kaufen, wie angeboten wurden. Zum Handelsschluss war Enflame rund 25 Milliarden Dollar wert, der Kurs lag fast dreimal so hoch wie der Ausgabepreis.

Dabei schreibt das Unternehmen Verluste und kommt laut den Marktforschern von IDC auf 1,7 % des chinesischen Markts für KI-Chips.

Tencent will mehr Chips, als Enflame liefern kann

Tencent hält ein Fünftel an Enflame und ist zugleich der größte Kunde. 2025 kamen 84 % des Umsatzes von dem Internetkonzern, ein Jahr zuvor waren es 38 %. Laut Börsenprospekt will Tencent schon heute mehr Chips haben, als Enflame liefern kann.

Der Grund liegt in Washington. Nvidias stärkste Chips dürfen nicht nach China. Für ältere Modelle gibt es zwar Lizenzen, geliefert wurde bisher aber kaum etwas.

Chinesische KI-Firmen mieten deshalb Nvidia-Server im Ausland, etwa in Südostasien. Die US-Regierung arbeitet an einer Regel, die auch das verbieten soll.

Chinas eigene KI-Chips werden teurer

Die Alternative sind Chips aus China, und die kosten gerade deutlich mehr. Huawei hat den Preis für seinen neuesten KI-Chip auf über 250.000 Yuan angehoben, rund 37.000 Dollar. Das sind bis zu 50 % mehr als vor zwei Monaten.

Der Grund ist ein spezieller, besonders schneller Speicher, ohne den kein KI-Chip auskommt. Ihn stellen vor allem SK Hynix und Samsung aus Südkorea sowie Micron aus den USA her.

Seit Dezember 2024 schränkt Washington den Export dieser Speicher nach China ein. Chinesische Hersteller kaufen sie deshalb auf dem Graumarkt, meist zum Mehrfachen dessen, was Käufer außerhalb Chinas zahlen.

Der erste Chip-Börsengang liegt 60 % im Minus

Enflame ist der letzte von vier chinesischen KI-Chip-Herstellern, die seit Dezember 2025 an die Börse gegangen sind. Den Anfang machte Moore Threads, die Aktie stieg am ersten Handelstag um mehr als 400 %. Mitte vergangener Woche lag sie rund 60 % unter ihrem Höchststand vom Dezember.

Die Anleger hatten auf mehr gehofft. Im ersten Halbjahr stieg der Umsatz zwar um 147 %, trotzdem blieb ein Verlust. Im August kündigte Moore Threads außerdem einen zweiten Börsengang in Hongkong an, es kommen also noch mehr Aktien auf den Markt.

Am 7. September durften dann Großanleger, die beim Börsengang Aktien zugeteilt bekommen hatten, zum ersten Mal verkaufen. Die Zahl der handelbaren Aktien hat sich damit fast verdoppelt, der Kurs fiel an einem Tag um 20 %.

Chips sind das Gold des 21. Jahrhunderts. China zahlt dafür gerade hohe Preise: auf dem Graumarkt für Speicher und an der Börse für Firmen, die noch Verlust machen.

Doch es ist eine Wette auf die Zukunft mit einem ungewissen Ausgang.

HINTER DEN KULISSEN

2007: Ein alter Mann zog mich für ein paar Yuan in einer Rikscha durch Peking.
2026: Ein Roboterhund hat den Job übernommen.

Wie schnell sich hier alles verändert, glaubt man kaum, wenn man es nicht selbst erlebt hat.

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China will den Wettbewerb retten, indem es ihn stärker reguliert.

In den Provinzen sollen Negativlisten den bislang schwer durchschaubaren Wettbewerb um Investitionen disziplinieren. Zugleich setzt Peking neue Leitplanken für die Expansion chinesischer Automobilhersteller im Ausland. Preise sollen Kosten realistisch abbilden, Vertriebsnetze tragfähig bleiben und Compliance, Lokalisierung sowie Kundendienst professioneller werden.

Beide Eingriffe folgen einer gemeinsamen wirtschaftspolitischen Logik. China versucht, die Involution aus sinkenden Preisen, schwindenden Margen und immer neuen Kapazitäten in einen Wettbewerb um Produktivität, Technologie, institutionelle Qualität und globale Belastbarkeit zu überführen.

Für deutsche Unternehmen verändert das die China-Strategie. Wer in China investiert, mit chinesischen Partnern kooperiert oder ihnen in Europa und Drittmärkten begegnet, muss genauer verstehen, welche Standorte, Geschäftsmodelle und Partnerschaften unter den neuen Regeln an Bedeutung gewinnen.

Der neue Leitartikel unseres Content Partners Limen China | Modern China Business Intelligence zeigt, warum der Rabatt seine Unschuld verliert und weshalb aus weniger sichtbarer Förderung eine anspruchsvollere Industriepolitik entstehen könnte.

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5 STORIES YOU MISSED LAST WEEK

🇨🇳 Chinas Handelsüberschuss wächst auf 119 Mrd. $: Die Ausfuhren legten im August um 25 % zu, die Einfuhren um 28,2 %. Der Überschuss stieg damit auf 119,1 Mrd. $, nach 112,5 Mrd. im Juli. In die USA gingen Waren für 42,5 Mrd. $, ein Plus von 34,4 %. Nach Südostasien wuchsen die Ausfuhren um 30,2 %, in die EU nur um 6,6 %. Besonders stark legten Autos zu, mit einem Plus von 43 %. Ende September trifft Xi Jinping Donald Trump, der Handel soll dabei im Mittelpunkt stehen. Im Handel mit den USA allein liegt Chinas Überschuss bei 29,2 Mrd. $

🇮🇳 Indiens Börse NSE geht für 2,7 Mrd. $ an den Markt: Die National Stock Exchange ist die größte Börse des Landes. Vom 17. bis 21. September können Anleger zeichnen, die Preisspanne liegt bei 1.700 bis 1.785 Rupien je Aktie. Angeboten werden 5,11 % der Anteile. Sie stammen ausschließlich von bisherigen Eigentümern wie der State Bank of India und dem kanadischen Pensionsfonds CPP Investments. Zum oberen Preis ist die NSE 4,42 Bio. Rupien wert, rund 53 Mrd. $. Gehandelt wird die Aktie ab dem 24. September an der Konkurrenzbörse BSE. Wer an Indiens Börsenboom verdienen will, kann damit die Börse selbst kaufen.

🇲🇾 OpenAI mietet Rechenleistung in Malaysia: Der ChatGPT-Entwickler hat einen mehrjährigen Vertrag mit Firmus geschlossen, einem von Nvidia unterstützten Rechenzentrumsbetreiber aus Sydney. OpenAI wird Hauptkunde an zwei neuen Standorten von Firmus in Malaysia. Dort laufen Nvidias neueste Rechensysteme der Generation Vera Rubin. Mit dem Auftrag hat Firmus insgesamt mehr als 900 Megawatt Kapazität verkauft. In Australien und Singapur ist je ein Standort in Betrieb, fünf weitere sollen in den nächsten 24 Monaten fertig werden. Den Wert des Vertrags nennen beide Seiten nicht. Malaysia gehört damit zu den Ländern, in denen OpenAI eigene Rechenkapazität bucht.

🇰🇷 Samsung E&A baut Düngemittelwerk für 3,5 Mrd. $: Die Anlagenbautochter von Samsung hat den Auftrag von SABIC Agri-Nutrients bekommen, einer Tochter des saudischen Chemiekonzerns SABIC. Das Werk entsteht im Industriegebiet Jubail im Osten Saudi-Arabiens und soll 2030 fertig sein. Aus Erdgas entstehen dort täglich 3.500 t Ammoniak, daraus 7.700 t Harnstoffdünger. Das CO₂ aus der Ammoniakproduktion wird aufgefangen und für den Harnstoff genutzt. Samsung E&A übernimmt das Projekt allein, ohne Partner. Es ist der dritte große Auslandsauftrag der Firma in diesem Jahr, nach 2,4 Mrd. $ im Februar und 790 Mio. $ im Juni.

🇨🇳 Li Auto bringt sein meistverkauftes SUV nach Europa: Der chinesische Autobauer zeigt den i6 im Oktober auf dem Pariser Autosalon, in Europa heißt das Modell Li 6. Verkauft wird ab dem vierten Quartal, zuerst in Großbritannien, wo keine EU-Zölle auf chinesische Elektroautos gelten. Der i6 macht 59 % der Verkäufe von Li Auto aus, von Januar bis August waren es 152.842 Fahrzeuge. Im August lieferte die Firma insgesamt 37.679 Autos aus, 32,1 % mehr als ein Jahr zuvor. Für Deutschland, die Niederlande und weitere EU-Länder sucht Li Auto gerade Händler.

AUCH LETZTE WOCHE

🇮🇳 Jio Platforms will bis zu 4 Mrd. $ an der Börse einsammeln. Die Digitaltochter von Mukesh Ambanis Reliance-Konzern plant den Börsengang für November. Ab Mitte September wirbt Jio bei Investoren in den USA, Singapur, Hongkong, London und am Golf. Den bisherigen Rekord in Indien hält Hyundai Motor India mit 3,3 Mrd. $ aus dem Jahr 2024.

🇰🇷 Hanwha Aerospace verkauft Kroatien 18 Raketenwerfer für 410 Mio. €. Kroatien ist nach Polen, Estland und Norwegen das vierte europäische Land, das das System Chunmoo kauft. Es ersetzt dort sowjetische Raketenwerfer mit 20 km Reichweite, die neuen Lenkraketen fliegen bis zu 300 km. Europas Aufrüstung wird zum Exportgeschäft für Korea.

🇻🇳 VinFast bekommt einen neuen Chef, nach 1,1 Mrd. $ Verlust im ersten Quartal. Gründer Pham Nhat Vuong übergibt die weltweite Führung des Elektroautobauers an seinen Sohn Pham Nhat Quan Anh, der seit Mai Chairman ist. Der Verlust von 28,1 Bio. Dong lag 58,9 % über dem Vorjahresquartal. Für die Expansion in 16 Länder mit Werken in Vietnam, Indonesien und Indien ist jetzt der Sohn verantwortlich.

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