🟠 Benzin-Panik in China

300 Millionen Autofahrer betroffen

☕️ Guten Morgen Freunde,

große Enttäuschung in Südkorea. Anstatt der erwarteten 260.000 kamen “nur” 100.000 Fans zum Comeback-Konzert von BTS.

Wen interessiert’s? Die Shareholder! Die Aktien von Hybe, dem Mutterkonzern der Boyband-Marke, fielen prompt um 15%…

In der heutigen Ausgabe:

  • China: Panik an der Zapfsäule

  • SoftBank baut $33 Mrd.-Gaskraftwerk in Ohio

  • Japan und Frankreich vertiefen Atom-Allianz

Viel Spaß beim Lesen 📰

P.S. Wir haben eine exklusive Einladung ins Tencent-HQ bekommen… Wenn ihr hinter die Kulissen des OpenClaw-Hypes gucken wollt, hier lang.

Asien-Ausverkauf: Die Eskalation am Persischen Golf hat Asiens Börsen am Montag auf Talfahrt geschickt. Der Hang Seng und der Nikkei verloren je -3,5%, Singapurs STI fiel um -2,2%. Die IEA warnt vor der schlimmsten Energiekrise seit Jahrzehnten, kein Land sei immun.

TOP BIT

Panik an der Zapfsäule: Iran-Krieg trifft Chinas Autofahrer

Kilometerlange Schlangen vor Tankstellen in Peking, Nanjing, Dongguan. Am Sonntag verschickte Chinas Ölriese Sinopec eine Nachricht an Millionen Kunden:

Der Benzinpreis steigt ab Montag "spürbar".

Was folgte, war ein landesweiter Ansturm auf die Zapfsäulen.

Der Preisschock in Zahlen

Obwohl die staatliche Planungskommission (NDRC) in einem beispiellosen Schritt intervenierte, um die soziale Stabilität nicht zu gefährden, ist der Anstieg der heftigste seit Einführung des aktuellen Preissystems im Jahr 2013.

  • Der Eingriff: Ursprünglich war eine Erhöhung um 2.205 Yuan pro Tonne geplant. Die NDRC halbierte diesen Wert per Not-Dekret auf 1.160 Yuan ($168).

  • An der Zapfsäule: Der Preis pro Gallone kletterte am Dienstag von durchschnittlich $4,20 auf $4,70 (geplant waren $5,10). Das entspricht einem Sprung von ca. 20 % seit Kriegsbeginn.

Gruppe

Impact

Reaktion

Gig-Worker (Didi, JD.com)

Massiver Margen-Einbruch

Forderung nach Treibstoffzuschlägen oder längere Arbeitszeiten.

Trucker

Rentabilitäts-Schwelle unterschritten

Hunderte LKW-Fahrer gaben in sozialen Medien an, den Betrieb vorerst einzustellen.

Staats-Raffinerien

Steigende Verluste

Durch den staatlichen Preisdeckel können sie die hohen Rohöl-Weltmarktpreise nicht voll weitergeben.

Fluchtpunkt Elektromobilität

Die Krise wirkt wie ein Brandbeschleuniger für Chinas ohnehin rasanten Umstieg auf E-Autos.

  • Während 300 Millionen Benziner-Fahrer zittern, verbreiten sich auf Plattformen wie Rednote Tipps zur Kostenvermeidung: „Laden nach 22 Uhr kostet weniger als 50 Cent pro kWh“.

Dennoch: Für die restliche Verbrenner-Flotte, die immer noch den Großteil des Wirtschaftsverkehrs stemmt, gibt es kein Entkommen.

Alle Details & Daten: Reuters, New York Times, CNBC

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MARKET BIT

SoftBank baut $33 Mrd.-Gaskraftwerk in Ohio: so viel Strom wie neun Atomreaktoren

Joyce N. Boghosian / The White House


SoftBank-Chef Masayoshi Son hat vergangene Woche in Ohio den Spatenstich für das größte Energieprojekt gesetzt, das je an einem einzelnen Standort in den USA geplant wurde.

Das Herzstück: ein Gaskraftwerk für $33,3 Mrd., das einen gigantischen KI-Rechenzentrumscampus mit Strom versorgen soll.

Die Details

Der Standort: Piketon, Pike County, ein 3.700 Acres großes Gelände, das im Kalten Krieg waffenfähiges Uran produzierte und seit 2001 stillsteht. Jetzt wird daraus der "PORTS Technology Campus".

Kapazität: 9,2 GW Erdgas-Stromerzeugung plus 10 GW Rechenzentrums-Kapazität. Das entspricht der Leistung von neun Kernreaktoren.

Neben dem Kraftwerk investiert SB Energy (SoftBanks Energiesparte) weitere $4,2 Mrd. gemeinsam mit dem US-Versorger AEP Ohio in den Netzausbau. Überschüssiger Strom fließt ins öffentliche Netz, die Kosten tragen nicht die Anwohner, sondern SoftBank.

Lutnick: "Das größte Bauprojekt des Landes"

Das Konsortium: 21 japanische und amerikanische Firmen, darunter Japans drei Megabanken und Goldman Sachs.

Son beziffert das Gesamtinvestment langfristig auf $500 Mrd., inklusive KI-Halbleiter und Infrastruktur. Das Projekt ist Teil von Japans $550 Mrd. Investitionszusage an die USA, ausgehandelt im Gegenzug für niedrigere Handels-Zölle.

Strom vs. Klima

Dass ausgerechnet Erdgas den nächsten KI-Sprung antreiben soll, passt nicht in die Clean-Energy-Versprechen der Tech-Branche.

Aber die Realität ist simpel: Rechenzentren dieser Größenordnung lassen sich aktuell nicht mit Erneuerbaren allein betreiben. Son hat sich für Geschwindigkeit entschieden, nicht für Symbolik. Ohio ist damit das vielleicht teuerste Eingeständnis, dass KI-Hunger und Klimaziele gerade in verschiedene Richtungen laufen.

NUMBER OF THE WEEK

So viel wollen Chinas Internet-Riesen allein 2027 in KI-Infrastruktur investieren.

Capex-Offensive: Alibaba, Tencent, ByteDance und Co. fahren ihre kombinierten KI-Ausgaben um 60% gegenüber 2025 hoch.

  • Alibaba investiert 380 Mrd. Yuan ($53 Mrd.) über drei Jahre in Cloud und AI. Mehr als das Unternehmen im gesamten letzten Jahrzehnt ausgegeben hat.

  • Tencent legt einen Multi-Jahres-Plan über 500 Mrd. Yuan ($70 Mrd.) auf.

  • ByteDance pumpt $23 Mrd. in 2026 rein.

Zum Vergleich: Das entspricht ungefähr dem BIP von Luxemburg, in einem einzigen Jahr. US-Hyperscaler planen 370 Mrd. $ in 2025. Chinas Tech-Riesen kommen auf weniger als ein Zehntel davon, wirtschaften aber deutlich effizienter.

  • Zur Erinnerung: DeepSeek trainierte sein V3-Modell für unter 6 Mio. $ und erreichte Anfang 2025 GPT-4 Level Performance, OpenAI zahlte über 100 Mio. $ dafür.

HIGHLIGHTS 

🇰🇷 Samsung teilt jetzt mit iPhones via AirDrop: Samsungs neue Galaxy S26-Serie kann ab Montag Fotos, Videos und Dateien direkt an iPhones, iPads und Macs senden. Die Funktion nutzt Apples AirDrop-Protokoll und lässt sich in den Quick-Share-Einstellungen per Toggle aktivieren. Verfügbar ist das Feature zunächst für die Modelle S26, S26+ und S26 Ultra. Vor wenigen Jahren wäre eine solche Kompatibilität zwischen den Erzrivalen undenkbar gewesen.

🇯🇵 Japan und Frankreich vertiefen Atom-Allianz: Bei einem Gipfel in Tokio wollen Premierministerin Takaichi und Präsident Macron die Zusammenarbeit bei Small Modular Reactors ausbauen. Auf der Agenda stehen außerdem der sichere Betrieb bestehender Meiler und die Fukushima-Dekontamination. Für das ressourcenarme Japan ist Frankreichs Nuklear-Know-how ein strategischer Baustein der Energiewende.

🇮🇳 Indien beschleunigt M&A und lockert Buyback-Regeln: Finanzministerin Sitharaman hat den Corporate Laws Amendment Bill 2026 ins Parlament eingebracht. Unternehmen dürfen künftig zwei Aktienrückkäufe pro Jahr durchführen statt bisher einen. Bei Fast-Track-Fusionen mit mindestens 75% Zustimmung der Anteilseigner entfällt der reguläre Genehmigungsweg. Zudem sollen mehrere Vergehen im Gesellschaftsrecht entkriminalisiert werden.

🇨🇳 Roboter übernehmen Freiwilligendienst in Shenzhen: Im Qianhaishi Park hat Chinas erste roboterbetriebene Volunteer-Station den Betrieb aufgenommen. Die Maschinen empfangen Besucher, verteilen Getränke und Insektenschutzmittel, patrouillieren durch den Park und legen zwischendurch eine Tanzeinlage hin. Der Roboter Oli übernimmt dabei auch Führungen und allgemeine Auskünfte. Das Pilotprojekt testet, wie sich Robotik in den städtischen Alltag integrieren lässt.

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