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🟠 China: erst E-Autos, jetzt Medikamente

Asiabits News

Chinas Krebsmedikament alarmiert US-Pharma

Auf dem weltgrößten Krebskongress in Chicago stand am Wochenende ein Medikament im Mittelpunkt, das komplett in China entwickelt und getestet wurde.

  • In 61 Jahren dieser Konferenz ist das eine Premiere, und für Amerikas Pharmaindustrie ein Warnsignal.

Das Mittel heißt Ivonescimab, erfunden vom chinesischen Biotech-Unternehmen Akeso. 

In der entscheidenden Studie mit 532 Patienten mit fortgeschrittenem Lungenkrebs senkte es das Sterberisiko um 34 % gegenüber der bisherigen Standard-Immuntherapie.

Die Behandelten lebten im Schnitt vier Monate länger: 27,9 statt 23,7 Monate.

Noch vor zehn Jahren galt Chinas Pharmabranche als verlängerte Werkbank, die westliche Wirkstoffe nachbaute.

„China is eating our lunch."

Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr.

US-Start-ups klagen, sie kämen gegen Tempo und Preise der chinesischen Konkurrenz nicht mehr an. Manche verzichten inzwischen bewusst auf Fachpublikationen, damit ihre Erfindungen nicht kopiert werden.

Ob das Mittel auch bei westlichen Patienten so stark wirkt, ist noch offen. Asiatische Lungenkrebs-Patienten sprechen aus bisher ungeklärten Gründen besser auf Immuntherapien an.

Zudem trat Ivonescimab in der Studie gegen ein Konkurrenzmittel an, das in den USA gar nicht zugelassen ist.

Eine weltweite Studie läuft noch. Im April enttäuschten erste Daten mit westlichen Patienten und ließen Summits Aktie abstürzen. Die FDA entscheidet bis November über die Zulassung.

VOM ASIABITS TEAM

Die oben beschriebene Entwicklung war kürzlich Teil von Thomas' Keynote vor einem Saal voller Pharma-Manager in Shanghai.

Er erklärte, warum chinesische und westliche Arzneihersteller gerade im Rekordtempo zusammenarbeiten, während die Politik sich streitet.

„Krankheiten kennen keine Nationalität. Krebs braucht kein Visum."

Wenn ihr Thomas als Speaker buchen oder einfach tiefere Einblicke ins China-Business wollt, antwortet kurz auf diese Mail.

UNSER CONTENT PARTNER: LIMEN CHINA

Limen China liefert China Business Intelligence für Entscheider im DACH-Raum: Geopolitik, Makroökonomie, Industriepolitik und was sie für Unternehmen, Verbände, Politik und Gründer bedeuten.

Der erste Leitartikel liest das neue Frühjahrsgutachten des Sachverständigenrats durch die China-Linse.

Die These ist unbequem: Der eigentliche China-Schock 2.0 für die deutsche Industrie liegt nicht nur im Preisdruck. Er liegt darin, dass deutsche und chinesische Exportprodukte sich immer ähnlicher werden, während die Preise auseinanderlaufen. China verliert als Absatzmarkt an Gewicht, die Importe aus China steigen, und am härtesten trifft das Maschinenbau, Fahrzeugbau und technologieintensive Komponenten.

Was heißt es für Aufsichtsräte, CEOs und Investoren?

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5 STORIES YOU MISSED LAST WEEK

🇨🇳 Unitrees 6,2-Mrd.-USD-IPO Schnellstart: Unitree, Chinas grösster Humanoid-Hersteller, hat einen beschleunigten Antrag für die Shanghaier Notierung am Star Market eingereicht. Zielwerte: 45 Mrd. Yuan (6,2 Mrd. USD) Bewertung und ein Erlös von rund 619 Mio. USD. Im Prospekt steckt eine kleine Bombe: Der Quartalsgewinn ist zum Vorjahr eingebrochen, obwohl der Umsatz weiter steigt. Den Markt hat das nicht gestört. Jede A-Aktie mit nachgewiesener Unitree-Lieferanten-Verbindung ist hochgezogen. Der Börsengang ist ein Beta-Test für die gesamte Humanoid-Welle. Deep Robotics, AISpeech und CXMT sitzen im gleichen Anmeldefenster. Besteht Unitree die Anhörung im ersten Anlauf, kommen die nächsten zwölf Namen durch.

🇰🇷 Samsung kommt mit dem ersten 12-Schichten-HBM4E der Welt: Samsung liefert seit dem 29. Mai als erster Hersteller Muster des 12-Schichten-HBM4E-Speichers an seine grossen AI-Kunden aus, vor SK Hynix und Micron. Die Aktie sprang intraday um rund 6 Prozent hoch. HBM4E ist die Speichergeneration, die ab nächstem Jahr mit Nvidias Rubin und AMDs nächster MI400-Klasse läuft. SK Hynix hat den HBM3E-Lauf zwei Jahre lang dominiert und ist am Vortag in den Billionen-Dollar-Club aufgestiegen. Mit HBM4E dreht sich das Orderbuch: Samsung sitzt jetzt vorne im nächsten AI-Bauzyklus, und Koreas zwei große Speicherhäuser sind vom Einzelläufer-Rennen zurück zum echten Duopol.

🇰🇷 Kospi knackt 8.400, Asiens Märkte malen frische Rekorde: Der koreanische Kospi schloss am 29. Mai erstmals in der Geschichte über 8.400 Punkten, der Nikkei markierte am selben Tag neue Rekorde, und Seoul öffnete heute gleich nochmal auf einem Allzeithoch, getragen von AI-Memory und Hoffnung auf einen Iran-Deal. Ein Tokio-Broker schreibt den Nikkei in seiner Hausprognose bereits auf 69.000 Punkte bis Ende 2027 hoch, mehrere Häuser ziehen ihre Kursziele für die koreanischen und japanischen Indizes parallel nach oben. Koreas Volatilitätsindex stieg parallel zum Kassaindex, was ungewöhnlich ist und ein Signal dafür, dass Trader gleichzeitig Aufwärtsoptionen kaufen und Abwärtsabsicherung legen.

🇯🇵 SoftBank setzt auf französische AI-Rechenzentren: SoftBank investiert über die nächsten fünf Jahre bis zu 75 Mrd. Euro in den Aufbau von AI-Rechenzentren in Frankreich, mit dem Ziel, bis 2031 mindestens 5 Gigawatt Rechenleistung bereitzustellen. Die erste Tranche von 45 Mrd. Euro finanziert 3,1 GW in der Region Hauts-de-France. Das Signal von Masayoshi Son: Die USA sind nicht mehr der einzige Ort, an dem man Frontier-AI trainieren kann, und Europa braucht eigene Infrastruktur, wenn die Industriebasis nicht aus der AI-Schleife rausrutschen soll. Die Summe ist rund die Hälfte dessen, was SoftBank Anfang des Jahres dem US-Stargate-Projekt zugesagt hat.

🇨🇳 Chinas Wirtschaft läuft auf zwei Spuren: Eine boomt, die andere blutet. Die großen chinesischen Industriekonzerne haben im April 24,7 Prozent mehr Gewinn gemacht als ein Jahr zuvor, der stärkste Sprung seit über zwei Jahren. Eine Woche später zeigt der monatliche Stimmungsindex der chinesischen Fabriken aber nur noch 49,4 Punkte. Alles unter 50 heißt: Die Industrie schrumpft, statt zu wachsen. Neue Aufträge gehen zurück, vor allem für kleinere Betriebe. Die beiden Zahlen widersprechen sich nicht. Wer Exporte gerade noch schnell in die USA rausschiebt, bevor Trumps neue Zölle greifen, verdient prächtig. Wer dagegen vom chinesischen Binnenkonsum oder vom Immobilienmarkt lebt, blutet weiter.

EBENFALLS LETZTE WOCHE

CXMT, Chinas grösster DRAM-Hersteller, hat von der Börsenaufsicht grünes Licht für einen Star-Market-IPO bekommen, der die grösste Mainland-Notierung seit vier Jahren werden dürfte. Damit schliesst sich der Kreis zur 1.688-Prozent-Gewinnexplosion aus dem ersten Quartal.

Deep Robotics, der Quadruped- und Humanoid-Hersteller aus Hangzhou, hat einen Star-Market-IPO über 367 Mio. USD eingereicht, gestützt auf das erste profitable Geschäftsjahr (24 Mio. USD Nettogewinn). Es ist die dritte chinesische Robotics-Anmeldung innerhalb eines Monats, nach Unitree und AISpeech.

Südkoreas Präsident Lee Jae-myung hat formal eine beschleunigte Beschaffung nuklear angetriebener U-Boote angeordnet, Ziel ist ein erstes Boot Mitte der 2030er. Der Plan hängt weiter an einem US-Abkommen zur Freigabe der Brennstoffrechte unter dem bilateralen 123-Agreement.

Das geplante Telefonat zwischen Donald Trump und Taiwans Präsident Lai Ching-te ist auf Eis gelegt und über Xi Jinpings erwarteten US-Besuch im Herbst hinaus verschoben. Bei Trumps Beijing-Etappe im Mai hatte Xi gewarnt, Taiwan könne zu einer "sehr gefährlichen Situation" werden.

Tianji Intelligent System, ein chinesisches Humanoid-Start-up, hat 1 Mrd. Yuan (147,4 Mio. USD) in einer kombinierten Series B/B+ eingesammelt, ko-geführt vom Hillhouse-nahen GL Ventures und dem Local-Services-Riesen Meituan. Die Bewertung steigt auf rund 10 Mrd. Yuan (1,5 Mrd. USD).

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