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🟠 China: Schluss mit Gratis-KI
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Qwen, DeepSeek, Kimi: Peking prüft das Ende des freien Downloads

© Asiabits Visuals
Wer bei Airbnb den Kundenservice anschreibt, bekommt seine Antwort auch von einem Modell aus Hangzhou. Firmenchef Brian Chesky sagte im Oktober 2025, sein Servicebot stütze sich stark auf Alibabas Qwen, das sei "schnell und billig".
In Peking wird gerade geprüft, ob Ausländer solche Modelle künftig überhaupt noch herunterladen dürfen.
Herunterladen nein, mieten ja
Chinas Handelsministerium berät seit Wochen mit Alibaba, ByteDance und Zhipu, ob Ausländer die stärksten chinesischen Modelle künftig noch komplett herunterladen und auf eigenen Servern betreiben dürfen. Geplant ist ein gestuftes System: Meldepflicht für schwächere offene Modelle, Sicherheitsprüfung für stärkere, Veröffentlichungsverbot für die Spitze. Über Cloud und Schnittstelle bliebe der Zugang bestehen.
Ein zweiter Teil zielt auf die Fertigung. TSMC und Qualcomm dürften keine Chips mehr bauen, die auf Designs von Huawei, Alibaba oder ByteDance beruhen.
Der Preis, der alles erklärt
Die Ausgabe von einer Million Token, grob 700.000 Wörtern, kostet bei DeepSeeks Flash-Modell 0,24 Dollar. Bei OpenAIs GPT-5.5 ist es rund das 150-fache.
Deshalb hat Alibabas Qwen im Juli eine Milliarde Downloads überschritten und stellt heute mehr als die Hälfte aller Open-Source-Downloads weltweit.
Am tiefsten steckt die Abhängigkeit in Asien und im globalen Süden. Im Finanzsektor südlich der Sahara greift man häufiger zu DeepSeek als in jeder anderen Weltregion. Die Singapurer Bank OCBC betreibt über 30 interne Werkzeuge auf offenen Modellen, Qwen fürs Programmieren, DeepSeek für Marktanalysen.
Washington misstraut, Amerika lädt herunter
In Washington gilt chinesische KI als Sicherheitsrisiko. In den Startups des Landes ist sie Alltag: Von denen, die überhaupt offene Modelle einsetzen, bauen nach Schätzung des Investors Martin Casado rund 80 Prozent auf einem chinesischen.
Als Chesky Qwen öffentlich lobte, verlangte der Kongress Erklärungen von Airbnb. Im Mai hielt er dagegen, Amerika missverstehe, wofür diese Modelle überhaupt eingesetzt werden.
Gegen die Pläne Pekings wehren sich ausgerechnet Chinas eigene KI-Firmen. Mehrere von ihnen haben dem Handelsministerium gesagt, strengere Exportregeln würden ihre eigene Entwicklung bremsen und Chinas Chancen im weltweiten Rennen schmälern.
LIEBER SCHAUEN ALS LESEN?
In Shenzhen sind zwei Humanoide im Käfig aufeinander losgegangen. Einer kassierte einen Tritt an den Kopf, verlor den Kopf und gewann trotzdem nach Punkten.
Damit fängt die neue Ausgabe unserer Robotics News an, 19 Minuten aus Shanghai.
Außerdem drin: eine Firma, die in vier Monaten 1,5 Mrd. Yuan eingesammelt hat und nichts baut außer Roboterhänden. Hyundai-Arbeiter, die gegen Roboter streiken, die noch gar nicht arbeiten. Und JD.com, das einem zwei Jahre alten Startup ein Umsatzziel von einer Milliarde Yuan setzt.
HINTER DEN KULISSEN
Die zweite Halbzeit der deutschen Autoindustrie

Über die deutsche Autoindustrie hört man seit Jahren dieselbe Geschichte: zu spät, von China abgehängt.
Wir haben gerade einen der großen deutschen Automobilzulieferer eine Woche lang durch Chinas Roboterfabriken geführt. Seitdem sehe ich die Sache anders.
Ein Humanoid besteht zu großen Teilen aus denselben Bauteilen wie ein Auto: Motoren, Sensoren, Leistungselektronik. Genau das, was deutsche Zulieferer seit hundert Jahren beherrschen. Und die chinesischen Hersteller suchen gerade händeringend Partner dafür.
Die größte Chance seit einer Generation. Man muss nur einmal hier gewesen sein.
Genau dafür sind unsere Robotics-Touren da. Sprich mit uns.
UNSER CONTENT PARTNER: LIMEN CHINA
Chinas Wirtschaft wächst im ersten Halbjahr abgeschwächt,
wenn auch immer noch im politisch vorgegebenen Korridor.
Sind das gute oder schlechte Nachrichten für deutsche Unternehmen?
Das neue Limen China Board Briefing interpretiert die makroökonomischen Daten Chinas aus der Perspektive deutscher und europäischer Unternehmen.
Wie muss angesichts der ökonomischen Entwicklung eine ausgereifte China Strategie für das zweite Halbjahr 2026 und die kommenden Jahre aussehen? Welche Indikatoren beeinflussen das internationale Business auf dem chinesischen Markt, dem heimischen Markt in Europa und auf Drittmärkten?
China - Too complex to simplify. Die aktuellen Wirtschaftsdaten zeigen einmal mehr, dass das Land einen differenzierten Blick braucht.
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5 STORIES YOU MISSED LAST WEEK
🇰🇷 Samsung und SK Hynix binden sich für 950 Mrd. $ an US-Konzerne: Während des San-Francisco-Besuchs von Präsident Lee Jae Myung legten die beiden Speicherhersteller Liefervereinbarungen über zusammen 950 Mrd. $ offen. Auf SK Hynix entfallen 750 Mrd. $ an Langfristlieferungen über fünf Jahre, davon über 500 Mrd. $ allein aus einer Vereinbarung mit Nvidia. Samsung unterzeichnete eine Absichtserklärung über 200 Mrd. $ mit Broadcom, die Speicherchips und Auftragsfertigung umfasst. Auf der Abnehmerseite stehen außerdem OpenAI und Anthropic. Koreanische Regierungsvertreter schätzen, dass 80 bis 90 Prozent der Nachfrage hinter dem geplanten Halbleiter-Ausbau des Landes aus den USA kommt. Praktisch heißt das: Koreas Kapazität bis 2030 ist verkauft, bevor die Fabriken stehen.
🇨🇳 Geely übernimmt 34 Prozent an Fords Werk in Valencia: Der chinesische Autokonzern zahlt 221 Mio. Euro (252 Mio. $) für den Anteil an einem Werk mit rund 500.000 Fahrzeugen Jahreskapazität. Das Gemeinschaftsunternehmen startet im ersten Halbjahr 2027, gebaut wird für beide Marken, das erste Geely-Modell soll 2028 vom Band laufen. Weil die Fahrzeuge dann als EU-Produktion gelten, greifen die europäischen Zölle auf Importe aus China nicht. Das Werk kam zuletzt auf 69,8 Mio. Euro Gewinn bei einem Nettovermögen von 1,9 Mrd. Euro. Strategisch ist das Signal: Chinesische Hersteller kaufen sich in europäische Überkapazität ein, statt neue Werke zu bauen.
🇨🇳 BYD zeigt Anfang August offenbar seinen ersten Humanoiden: Eine BYD-Filiale in Zhengzhou kündigt die Vorstellung für Anfang August an. Anders als bei den meisten chinesischen Herstellern soll der Roboter nicht in die Fabrik, sondern in den Verkaufsraum: Vizepräsidentin Stella Li nennt zwei bis drei Geräte pro Filiale als Ziel, im Einsatz als Verkaufsberater, realistisch in ein bis zwei Jahren. Ein eigenes Robotik-Team baut BYD seit Ende 2024 auf, in den Werken arbeiten bereits Humanoide des Partners UBTech. Produktname und technische Daten sind nicht bestätigt. Wenn der größte Elektroautobauer der Welt seine Filialen ausstattet, entsteht ein Abnahmevolumen, das kein Robotik-Startup aus eigener Kraft erreicht.
🇨🇳 Chinas Solarzubau bricht um 66 Prozent ein: Im ersten Halbjahr gingen nur 72,1 Gigawatt neu ans Netz, für das Gesamtjahr werden 180 bis 240 Gigawatt erwartet, ein Minus von 24 bis 43 Prozent. Ausgelöst hat den Absturz die Reform der Einspeisevergütung, die 2025 zu massiven Vorzieheffekten geführt hatte. Entsprechend fielen die Preise: Polysilizium minus 42,3 Prozent seit Jahresbeginn, Wafer minus 28,7 Prozent. Alle vier großen Hersteller schreiben rote Zahlen, Tongwei erwartet für das Halbjahr bis zu 5,4 Mrd. Yuan (795 Mio. $) Verlust, Longi bis zu 3,8 Mrd. Yuan (559 Mio. $). Es ist der erste Rückgang im chinesischen Solarmarkt überhaupt, und er zieht den Weltmarkt um 8 Prozent auf 612 Gigawatt mit nach unten.
AUCH LETZTE WOCHE
🇮🇳 HCLTech baut mit dem Startup Sarvam ein KI-Rechenzentrum für 1,48 Mrd. $ im ostindischen Odisha. Indiens drittgrößter IT-Dienstleister kombiniert dafür eigene Infrastruktur mit Sarvams Sprachmodellen und will ab 2028 5.000 Menschen in Bhubaneswar beschäftigen. Indiens Outsourcer werden damit vom Dienstleister zum Eigentümer der Infrastruktur.
🇸🇬 Das Singapurer Startup Ropedia sammelt 22 Mio. $ für Roboter-Trainingsdaten ein. Die Firma erfasst über eigene Wearables, wie Menschen echte Handgriffe ausführen, und verkauft das Material an über 20 Robotik-Kunden in Nordamerika, China und Singapur. Der Engpass bei Humanoiden ist längst nicht mehr die Hardware, sondern das Material zum Üben.
🇻🇳 VinFast will 2027 im Heimatmarkt die Gewinnschwelle erreichen. Möglich machen soll das der VF 2 für 188 Mio. Dong (7.139 $) inklusive Batterie, auf den in den ersten drei Tagen rund 29.000 Bestellungen eingingen. Damit unterbietet ein vietnamesischer Hersteller die chinesischen Preispunkte im eigenen Markt.
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