🟠 China verbietet Touchscreen-Wahn

Knöpfe in Autos werden wieder Pflicht

☕️ Guten Morgen Freunde,

jedes Mal, wenn wir in China in ein Taxi steigen, ist es mit einem Rätselraten verbunden, wie man denn die Tür aufbekommt.

Ab 2027 wird es wieder mehr Knöpfe und Griffe geben! Wir fahren trotzdem lieber Fahrrad.

Mehr dazu im heutigen Top Bit.

Außerdem in der heutigen Ausgabe:

  • Blackstone pumpt $1,2 Mrd.: Indiens GPU-Startup Neysa skaliert auf 20.000 Chips

  • Alibaba schießt zurück: Qwen3.5 mit 397 Mrd. Parametern, 60 % günstiger

  • Toto-Geheimwaffe: Washlet-Hersteller produziert auch Hightech-Keramik für Chips

P.S.: 500 Roboter-Firmen in 60 Tagen, ein zerstörtes Restaurant und die Wahrheit über Chinas Robotik-Boom - unsere neue Podcast-Folge ist live.

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Indiens IT-Sektor unter Druck: Die „KI-Angst“ hat indische Tech-Aktien getroffen und rund 56 Mrd. USD an Börsenwert ausradiert. Optimisten sehen in der Verkaufswelle eine Einstiegschance für Unternehmen, die auch im KI-Zeitalter Wachstum liefern können. Für die Branche wird das jetzt zum echten Stresstest.

TOP BIT

China: Knöpfe statt Touchscreens in Autos

Das Cockpit der Zukunft?

Radikale Wende im technologisch fortschrittlichsten Automarkt der Welt: China beendet das Zeitalter der knopflosen Cockpits.

Chinas Industrieministerium hat einen Entwurf für neue Sicherheitsvorschriften veröffentlicht, der physische Tasten für überlebenswichtige Funktionen vorschreibt.

Ab dem 1. Juli 2027 müssen alle neu hergestellten Fahrzeuge in der Volksrepublik wieder „echte“ Bedienelemente besitzen.

Die neuen Pflicht-Knöpfe

Folgende Funktionen dürfen nicht mehr ausschließlich über Touchscreens bedient werden:

  • Gangschaltung und Blinker

  • Warnblinkanlage und Fensterheber

  • Notruf (eCall)

  • Mindestgröße: 10 x 10 mm pro Taste

Der Grund: Ablenkung am Steuer. In vielen E-Autos laufen selbst mechanische Funktionen über das zentrale Display. Beim Tesla Model Y muss der Fahrer für den Gangwechsel aufs Display tippen.

Nicht die erste Kehrtwende

China räumt systematisch mit Design-Trends auf, die aus Sicherheitssicht problematisch sind:

Maßnahme

Ab wann

Betroffen

Physische Knöpfe Pflicht

Juli 2027

Tesla, BYD, Xiaomi

Verbot versenkbare Türgriffe

Jan. 2027

Tesla Model S/X, BYD

Verbot Yoke-Lenkräder

Jan. 2027

Tesla Model S, Lexus

Versenkbare Türgriffe können nach Unfällen klemmen und Insassen einschließen. Yoke-Lenkräder erfüllen nicht die Airbag-Standards – bei 46% aller Fahrer-Verletzungen ist laut Ministerium die Lenksäule involviert.

China ist nicht allein. Auch die europäische Prüforganisation Euro NCAP hat bereits angekündigt, ab 2026 keine fünf Sterne mehr zu vergeben, wenn sicherheitskritische Funktionen nur über Bildschirme bedienbar sind.

  • Die Botschaft ist klar: Futuristische Ästhetik schön und gut – aber nicht auf Kosten der Sicherheit.

📊 Alle Details & Daten: Spiegel, Bloomberg, CarExpert

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MARKET BIT

Blackstone führt $1,2-Mrd.-Runde in Indiens GPU-Startup Neysa an

Modis AI Traum

Ein von Blackstone geführtes Konsortium investiert bis zu $600 Mio. Eigenkapital in Neysa, ein 2023 gegründetes indisches Startup, das GPU-basierte AI-Infrastruktur für Unternehmen betreibt.

  • Dazu kommen $600 Mio. Fremdfinanzierung

  • Gesamtvolumen: $1,2 Milliarden für eine Firma, die noch keine drei Jahre alt ist.

🤝 Blackstone-Partner: Amit Dixit, Head of Asia Private Equity, wird Co-Pilot neben Neysa-Gründer Sharad Sanghi.

Die Details

Neysa baut und betreibt GPU-Cluster innerhalb Indiens für Banken, Tech-Firmen, Krankenhäuser und Behörden. Mit dem frischen Kapital sollen über 20.000 GPUs quer durchs Land ausgerollt werden, ausdrücklich für AI-Training und High-Performance Computing.

Neben Blackstone steigen Teachers' Venture Growth, TVS Capital, 360 ONE und Nexus ein.

Der entscheidende Punkt: Neysa designed und betreibt seine Systeme komplett lokal. Daten bleiben in Indien. Modis Regierung treibt unter dem Label "IndiaAI Mission" den Aufbau souveräner Rechenkapazität voran.

Bigger Picture

Für Blackstone ist Neysa das fehlende Indien-Stück in einem globalen AI-Infrastruktur-Portfolio, das bereits QTS und CoreWeave in den USA, AirTrunk in APAC und Firmus in Australien umfasst.

Das Timing hätte kaum besser sein können: Am selben Tag kündigte Adani $100 Mrd. für AI Data Centers bis 2035 an. Modi hatte Nvidia-CEO Jensen Huang, Googles Sundar Pichai und ein halbes Dutzend weiterer Tech-CEOs zum AI Summit nach New Delhi geladen. AMD schloss zeitgleich eine erweiterte AI-Partnerschaft mit Tata.

Indien meint es offensichtlich ernst. Ob das Land die Rechenkapazität tatsächlich so schnell aufbauen kann wie die Cheques fliegen, ist die eigentliche Frage.

👉 Ganze Story: Bloomberg, DealStreet Asia, CRN Asia

HIGHLIGHTS 

🇨🇳Alibaba feuert Qwen3.5 in den AI-Agentenkrieg: Alibaba Cloud hat sein neues Open-Source-Flaggschiff mit 397 Milliarden Parametern vorgestellt, 60% günstiger und achtmal effizienter als der Vorgänger. Neu sind Agenten-Fähigkeiten, mit denen Qwen3.5 eigenständig Desktop- und Mobile-Apps bedienen kann. Alibaba braucht den Push, denn im chinesischen Chatbot-Markt dominieren bisher Doubao und DeepSeek.

🇯🇵 Toilettenhersteller als AI-Geheimtipp: Der UK-Aktivist-Fonds Palliser Capital hat sich beim japanischen Washlet-Hersteller Toto eingekauft und sieht 55% Kursupside. Der Grund: Toto produziert neben Keramikthronen auch elektrostatische Haltevorrichtungen für die NAND-Fertigung und ist laut Palliser "der am meisten unterbewertete AI-Memory-Profiteur" an der Börse. Toilettensitze und Halbleiter aus einer Hand klingt absurd, aber genau solche versteckten Plays lieben Aktivisten.

🇨🇳 Brain-Prize-Träger wechselt von Deutschland nach China: Der Neurowissenschaftler Arthur Konnerth ist dauerhaft ans Shenzhen Bay Laboratory gewechselt. Konnerth gilt als Pionier der Patch-Clamp-Methode, einer Grundlagentechnik der modernen Hirnforschung. Shenzhen hat in den vergangenen Jahren massiv in Forschungsinfrastruktur investiert und gehört inzwischen zu den attraktivsten Standorten für Neurowissenschaften weltweit.

🇯🇵 Renesas und GlobalFoundries bauen Auto-Chips: Japans größter Automotive-Chipdesigner und der US-Auftragsfertiger wollen ab Mitte 2026 gemeinsam Halbleiter für Fahrassistenz, E-Autos und Kommunikation produzieren. Gefertigt wird an GF-Standorten in den USA, Deutschland, Singapur und China. Im Raum steht ein Transfer von GF-Fertigungstechnologie nach Japan, der Renesas erstmals die Produktion fortschrittlicherer Logikchips im eigenen Haus ermöglichen würde.

FORTUNE COOKIE

Wir sind immer noch erstaunt, dass Roboter dieses Jahr Teil des Chinesischen Neujahrs sind. 🐲

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