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🟠 Chinas Autobauer werden zu Roboterfirmen
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Roboter-Sparte des chinesischen Autobauers Xpeng ist 6,3 Mrd. US$ wert

© Asiabits Visuals
Letzte Woche legte He Xiaopeng, Gründer und Namensgeber des chinesischen Autokonzerns XPeng, zwei Zahlen auf den Tisch.
Sein Autogeschäft verfehlte die Erwartungen und schrieb 1,34 Mrd. Yuan Verlust (rund 200 Mio. US$), fast dreimal so viel wie im Vorjahresquartal.
Seine Roboter-Sparte, die bis heute nichts verkauft hat, sammelte hingegen 900 Mio. US$ ein und wird mit 6,3 Mrd. bewertet.
Die Roboter-Tochter ist die halbe Firma wert
Die Citi-Analysten haben den Konzern auseinandergerechnet. Zieht man die Bewertung der Roboter-Sparte ab, bleibt für das gesamte Autogeschäft ein rechnerischer Wert von 6,5 Mrd. US$, also kaum mehr als für die Sparte ohne einen einzigen verkauften Roboter.
Der Börsenwert des ganzen Konzerns liegt bei rund 11 Mrd. US$. Die Aktie verlor nach den Zahlen 8,5 % in New York und am Tag darauf 9,2 % in Hongkong.
Wer die 900 Millionen bezahlt
Angeführt wird die Runde von IDG Capital, dazu kommen Gaorong Ventures, Tencent und Alibaba. Diese externen Geldgeber steuerten 600 Mio. US$ bei. Die restlichen 300 Mio. kamen von XPeng selbst und von Gesellschaften, die He Xiaopeng und seine Führungsleute kontrollieren.
Das Geld geht in die Serienfertigung und in das Training der hauseigenen KI-Modelle, die direkt auf dem Roboter laufen sollen. He Xiaopeng hat die Sparte im Juni selbst übernommen und führt sie seitdem als CEO. Innerhalb von 18 Monaten soll sie vom Mutterkonzern getrennt werden und auf eigenen Beinen stehen.
Erst im eigenen Autohaus, dann beim Kunden
IRON soll Ende 2026 in Serie gehen, mit tausend Robotern pro Monat. Zuerst arbeitet er in XPengs eigenen Läden und auf dem Firmengelände als Verkaufsberater, nicht in der Fabrik. Ausgeliefert wird ab 2027 an Handel und Dienstleister, in China und im Ausland, dann sollen es mehrere tausend Stück pro Monat sein.
Er hat 76 bewegliche Gelenke im Körper und 21 in jeder Hand. Drei selbst entwickelte Chips rechnen an Bord, das KI-Modell läuft auf dem Roboter selbst und nicht in einem Rechenzentrum, das ihn fernsteuert.
Das Autogeschäft wächst nicht mehr
Im zweiten Quartal lieferte XPeng 103.295 Autos aus, praktisch genauso viele wie ein Jahr zuvor. Die Marge im Fahrzeuggeschäft fiel von 14,3 % auf 12,1 %. Der Umsatz stieg zwar um 8 %, blieb aber unter den Erwartungen der Analysten.
He Xiaopeng baut den Konzern deshalb zum Anbieter für Physical AI um, mit drei Produktlinien: Robotaxi, Humanoid und Flugauto.
XPeng ist dabei nicht allein: BYD zeigte im August seine ersten Humanoiden in den eigenen Showrooms, Changan steckt 450 Mio. Yuan in eine Robotikfirma, Chery hat die Marke Mojia gegründet. Nur Nio hält sich heraus, Gründer William Li nennt das seine Late-Comer-Strategie und will erst einmal Autos verkaufen.
Der Grund für den Ansturm sitzt in der Fertigung. Motoren, Lager, Batterien und Sensoren kommen für Roboter und Autos aus denselben Werken. He Xiaopeng beziffert die Überschneidung bei seinen Zulieferern auf über 85 %.
Leicht wird es deshalb nicht. Ein universeller Humanoid sei technisch mindestens zwanzigmal so anspruchsvoll wie ein intelligentes Auto, sagte er auf der Bilanzkonferenz.
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5 STORIES YOU MISSED LAST WEEK
🇯🇵 Kioxia und Sandisk stecken 31 Mrd. $ in japanischen Speicher: Kioxia ist die frühere Speicherchip-Sparte von Toshiba, Sandisk der amerikanische Partner aus derselben Fertigung. Beide bauen Flash-Speicher, also die Chips, die Daten auch ohne Strom behalten. Bis 2032 fließen über 5 Bio. Yen in ihre japanischen Werke, rund 31,4 Mrd. $. Größter Einzelposten ist ein neues Werk am Standort Kitakami in der Präfektur Iwate für 1,8 Bio. Yen, etwa 11,3 Mrd. $. Die Fertigung soll im Geschäftsjahr 2029 anlaufen. Treiber ist der Speicherhunger der KI-Rechenzentren, die ihre Trainingsdaten irgendwo ablegen müssen. Wer heute mit dem Bau anfängt, verkauft die ersten Chips erst in drei Jahren und traut dem Boom bis dahin.
🇨🇳 BYD exportiert 792.000 Autos und schrumpft im Umsatz: Der größte Elektroautobauer der Welt hat seinen Halbjahresbericht vorgelegt. Der Umsatz fiel um 7,13 % auf 344,8 Mrd. Yuan, rund 50,6 Mrd. $. Der Gewinn ging ebenfalls zurück. Die Ausfuhren stiegen im selben Zeitraum um 67,8 % auf 792.000 Fahrzeuge. Konzernchef Wang Chuanfu führt die schwachen Zahlen auf die eigene Fertigung zurück. Die zweite Generation der Blade-Batterie läuft noch hoch und liefert zu wenig Zellen. BYD wächst damit nur so schnell wie seine eigenen Batteriewerke.
🇨🇳 Chinas Chipfabriken kaufen 35 % ihrer Anlagen im Inland: Die Maschinen, mit denen Chips hergestellt werden, kamen jahrzehntelang aus den USA, Japan und den Niederlanden. Genau dort setzen die amerikanischen Exportkontrollen an. Die staatliche Planungsbehörde NDRC meldete auf ihrer Pressekonferenz, der Anteil chinesischer Anlagen in den heimischen Fabriken sei auf 35 % gestiegen, nach 25 % im Jahr davor. Das eigene Ziel lag bei 30 %. Sprecherin Li Chao sprach von einem Übergang von einzelnen technischen Durchbrüchen zu einer durchgehenden Lieferkette. Zwei unscheinbare Bauteile bleiben importiert: Hochfrequenz-Netzteile und Präzisions-Vakuumventile stammen zu 80 bis 90 % aus dem Ausland. Ohne sie läuft keine der neuen chinesischen Maschinen.
🇨🇳 Huawei will HarmonyOS ins Ausland bringen: Das eigene Betriebssystem entstand, weil Huawei nach den US-Sanktionen keine Google-Dienste mehr bekam. Auf der Entwicklerkonferenz in Shenzhen nannte Vize-Chef Xu Zhijun 100.000 speziell dafür geschriebene Apps, dazu über 400.000 Anwendungen, die auf Huawei-Handys laufen. Bis zum 20. August liefen 80 Millionen Geräte mit HarmonyOS 6, im vierten Quartal sollen es 100 Millionen sein. Huawei will das System nun in ausgewählten Ländern testen und als dritte Wahl neben Android und iOS anbieten. Bisher war HarmonyOS ein rein chinesisches Produkt. Seit Windows Phone hat niemand mehr ein drittes Handy-Betriebssystem gegen die beiden Platzhirsche gestellt.
🇰🇷 Samsung und SK Hynix reißen den Kospi um 3 % nach unten: Ein Ausverkauf bei amerikanischen Chipwerten schlug am Dienstag direkt auf Seoul durch. Samsung Electronics verlor 3,79 % auf 247.250 Won, SK Hynix 4,97 % auf 1,588 Mio. Won je Aktie. Der Leitindex Kospi gab um mehr als 3 % nach. Beide Konzerne hatten wenige Tage zuvor Rekordausschüttungen an ihre Aktionäre angekündigt, Samsung allein 90 bis 110 Bio. Won, umgerechnet 65 bis 80 Mrd. $. Zwei Aktien reichen inzwischen aus, um den koreanischen Leitindex an einem Tag um 3 % zu bewegen.
AUCH LETZTE WOCHE
🇮🇩 Indonesiens Staatsfonds Danantara meldet 330 Bio. Rupiah Nettogewinn, rund 18,6 Mrd. $. Für das laufende Jahr stellt der Fonds 360 Bio. Rupiah in Aussicht, etwa 20,3 Mrd. $, womit er an Singapurs Temasek vorbeiziehen würde. Einen geprüften Konzernabschluss für 2025 hat Danantara bis heute nicht veröffentlicht, Investoren sehen also nur die Schlagzeile.
🇹🇭 Thailand hat seit 2023 über 30,5 Mrd. $ an Investitionen in die Elektronikbranche eingesammelt. Rund ein Drittel davon, gut 10,1 Mrd. $, floss in Leiterplatten und Bauteile. Damit rückt Thailand in der Fertigungskette dorthin auf, wo bisher vor allem Festlandchina und Taiwan produzierten.
🇻🇳 Der vietnamesische Wohnanbieter M Village sammelt 26 Mio. $ ein. Mizuho Asia Partners aus Japan steuert 18 Mio. $ bei, Altgesellschafter Trip.com weitere 8 Mio. $. Die Bewertung stieg damit auf 121,4 Mio. $, mehr als doppelt so viel wie in der Runde davor.
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