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🟠 Chinas Chip-Exporte: +99,5%. Warum?
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Chip-Exporte werden Chinas größter Wachstumstreiber

© Asiabits Visuals
China hat in den ersten sieben Monaten dieses Jahres Chips für 216 Milliarden Dollar exportiert, fast doppelt so viel wie vor einem Jahr.
Die Menge ist dabei kaum gestiegen. Verdoppelt hat sich der Preis.
Ein Chip kostet im Schnitt einen Dollar
Nach Zahlen der chinesischen Zollbehörde verließen im ersten Halbjahr 179,44 Milliarden Chips im Wert von 177,28 Milliarden Dollar das Land. Das sind knapp 100 Cent pro Stück. Darin stecken vor allem Speicher, Mikrocontroller und Chips für die Stromversorgung, gefertigt in Fabriken älterer Generation.
Genau die sind gerade knapp. Samsung und SK Hynix haben ihre Kapazität auf den Spezialspeicher für KI-Rechenzentren umgestellt, und der gewöhnliche Speicher wurde dadurch teuer. Im ersten Quartal stiegen die Vertragspreise für Arbeitsspeicher um bis zu 95 %, im zweiten kamen laut TrendForce weitere 58 bis 63 % dazu.
Rechenzentren verbrauchen inzwischen rund 70 % aller Speicherchips weltweit.
China verkauft mehr Chips und kauft noch mehr ein
Von Januar bis Juli führte China Waren für 2,58 Billionen Dollar aus und für 1,88 Billionen Dollar ein. Bei den Einfuhren lag das Wachstum bei 22 % und damit acht Prozentpunkte über dem der Ausfuhren. Bei Maschinen und Elektronik ist der Abstand größer: Ausfuhren plus 21,2 %, Einfuhren plus 29,7 %.
Ein großer Teil dieser Elektronik wird im Land verpackt, geprüft, verbaut und wieder ausgeführt. Das erklärt, warum beide Richtungen gleichzeitig zulegen.
Beim Nachbau der älteren Fertigungsgenerationen kommt China voran. 2025 deckte das Land laut TrendForce rund 45 % seines Bedarfs an diesen Chips selbst, für 2026 lautet die Vorgabe 55 %.
Chips plus 117 %, Keramik minus 28,3 %
Im Juli stiegen die Chip-Ausfuhren um 117 % gegenüber dem Vorjahresmonat, Hightech-Waren insgesamt um 40,7 %. Keramik verlor im selben Monat 28,3 %. Die Gesamtausfuhr legte um 23,9 % zu, der Überschuss lag bei 112,5 Mrd. Dollar und damit unter den 125,62 Mrd. aus dem Juni.
Ein Teil davon sind vorgezogene Lieferungen in die USA vor möglichen neuen Zöllen.
Für Einkäufer in Europa bleibt die Rechnung einfach: dieselben Bauteile, höherer Preis. Marktforscher rechnen damit, dass Speicher mindestens bis 2027 knapp und teuer bleibt.
Wie weit Preis und Menge auseinanderliegen, zeigen die Zahlen vom Jahresanfang: Im Januar und Februar stieg die ausgeführte Chip-Menge um 13,7 %, ihr Wert um 73 %.
LIEBER SCHAUEN ALS LESEN?
171 Unitree-Mitarbeiter zeichnen beim Börsengang ihrer eigenen Firma Aktien für 38 Mio. Dollar, aus eigener Tasche, mit Haltefristen von einem bis drei Jahren. Insgesamt halten die Angestellten 10,9 % der Firma.
Darum geht es in der neuen Folge unserer Robotics News, 23 Minuten aus Shanghai.
Außerdem:
Ein Startup aus ehemaligen DJI-Leuten hat in einem Monat 200 Mio. Dollar eingesammelt, ohne Produkt und ohne einen einzigen Verkauf.
PaXini ist mit einer halben Milliarde die am besten finanzierte Firma für Tastsensoren weltweit.
HINTER DEN KULISSEN

Ihr kriegt nicht genug von chinesischen Robotern? Auf X poste ich jeden Tag einen, meistens mit Video, hier entlang.
UNSER CONTENT PARTNER: LIMEN CHINA
Diese Woche geht der Leitartikel unseres Content-Partners Limen China | Modern China Business Intelligence auf einen prägenden Begriff der aktuellen Diskussion über China ein: Überkapazitäten.
Der Artikel klärt den Begriff und seine Geschichte in der China-Debatte. Außerdem geht er der Frage nach, inwieweit sich mit dem Begriff ein berechtigter Vorwurf an die chinesische Wirtschaftspolitik machen lässt, oder ob darin nicht auch ein prägendes Element chinesischen Wirtschaftens zu sehen ist.
Wie schon in der letzten Woche geht Limen China dann der Frage nach, wie deutsche und europäische Wirtschaftsakteure reagieren sollten und warum es strategisch nicht klug ist, als Unternehmen ungeprüft politischen Sprachformeln zu folgen.
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5 STORIES YOU MISSED LAST WEEK
🇨🇳 CATL hält 39,9 % des Weltmarkts für Autobatterien: Weltweit wurden im ersten Halbjahr 608,5 GWh Batteriekapazität in Elektroautos verbaut, 20 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Auf CATL entfielen davon 242,7 GWh, ein Plus von 25,3 %. Damit steigt der Anteil des Konzerns aus Ningde von 38,2 auf 39,9 %. BYD kam auf 87,7 GWh und 1,6 % Wachstum, der Anteil fiel von 17,0 auf 14,4 %. Zusammen liefern die beiden Firmen 54,3 % aller Autobatterien weltweit. Sieben chinesische Hersteller stehen in den Top Ten und halten zusammen 72,4 % des Markts. Der Markt ist um 20 % gewachsen; den größten Teil davon hat CATL eingesammelt.
🇨🇳 China will 2030 die Hälfte des Stroms ohne Kohle und Gas erzeugen: Der neue Fünfjahresplan für den Umbau des Stromnetzes setzt für 2030 einen Anteil von 50 % aus Wind, Sonne, Wasser und Kernkraft. Dafür sollen 2,8 Mrd. Kilowatt neue Kapazität ans Netz kommen, dazu Ladeinfrastruktur für 110 Millionen Elektroautos. Der Plan nennt außerdem Speicher, Netzstabilität und eine Reform des Strommarkts als Schwerpunkte. Zum Vergleich: Deutschlands komplette installierte Kraftwerksleistung liegt bei rund 250 Mio. Kilowatt. China plant also mehr als das Zehnfache davon als Zubau in einem Fünfjahreszeitraum.
🇮🇩 Indosat startet mit Nvidia eine KI-Fabrik über 1 Gigawatt: Der indonesische Mobilfunkanbieter hat mit Ooredoo aus Katar, Nokia und Nvidia die Plattform Zankore gestartet. Ziel ist eine Rechenleistung von 1 Gigawatt. Die erste Stufe von rund 200 Megawatt soll im ersten Halbjahr 2027 stehen. Ooredoo bringt als Hauptinvestor das langfristige Kapital. Gerechnet wird auf Nvidias GB300-Systemen, verkauft wird die Kapazität an Konzerne, Behörden und Cloud-Anbieter in ganz Asien. Bisher lief die KI-Rechenleistung für Südostasien fast vollständig über Singapur. Jakarta baut sich damit eine eigene Adresse, und Indonesien hat 280 Millionen Einwohner als Heimatmarkt.
🇻🇳 Britische Investoren wollen 18 Mrd. $ in einen Tiefseehafen stecken: Thai An Holdings und britische Partner haben der Provinz Quảng Ninh im Norden Vietnams am Freitag ihr Vorhaben vorgestellt: Hafen, Industriepark und Wohnstadt auf 6.500 Hektar in der Wirtschaftszone Móng Cái, direkt an der chinesischen Grenze. Geplant sind 274 Mio. Tonnen Frachtumschlag im Jahr, 12,57 Mrd. $ Industrieproduktion und 267.400 Arbeitsplätze. Genehmigt ist bisher nichts, die Provinzregierung hat den Vorschlag erst entgegengenommen. Vietnam holt seit Jahren Fertigung aus China, die Häfen im Norden sind dabei der Engpass. Für Lieferketten, die in beiden Ländern produzieren, wäre ein Tiefseehafen an dieser Grenze der kürzeste Weg zum Schiff.
🇯🇵 Fujifilm prüft den Börsengang seiner Druckersparte: Der Konzern will die Sparte für Multifunktionsdrucker teilweise abspalten und separat an die Börse bringen. Diese Sparte steht für 35 % des Konzernumsatzes, der Markt für Bürogeräte schrumpft. Das freigesetzte Kapital soll in Halbleiter-Materialien und Biopharma gehen, die beiden Bereiche, in denen Fujifilm wächst. Den Umbau hat der Konzern schon einmal geschafft, als das Filmgeschäft wegbrach. Ein Drittel des Umsatzes abzugeben, um in zwei Wachstumsfelder zu investieren, ist die härtere Variante der Portfolio-Bereinigung.
AUCH LETZTE WOCHE
🇨🇳 China prüft jede Drohnenlieferung in die USA einzeln. Seit Mittwoch braucht jede Ausfuhr von Drohnen und Drohnenteilen in die USA eine Einzelfallgenehmigung. Gleichzeitig hat Peking sechs amerikanische Firmen sanktioniert und die erste Sicherheitsprüfung seiner Geschichte für importierte Bürogeräte mit ausländischer Software eingeleitet. Amerikanische Drohnenhersteller kaufen ihre Motoren, Akkus und Kameras überwiegend in China.
🇮🇳 River Mobility sammelt 120 Mio. $ für Elektro-Zweiräder ein. Elev8 Venture Partners und Claypond Capital führen die Runde des Herstellers aus Bengaluru an, es ist der größte indische Deal der Woche. Insgesamt haben 23 indische Startups in diesen fünf Tagen 252 Mio. $ eingesammelt. Fast die Hälfte davon ging an diese eine Firma.
🇸🇬 Acrab holt 130 Mio. In einer Series B. Vertex Ventures Southeast Asia & India und Vertex Growth investieren erneut in das singapurische Startup für KI-Infrastruktur. Damit hat Acrab seit der Gründung über 480 Mio. $ eingesammelt, ein großer Teil davon noch vor dem offiziellen Marktstart in diesem Jahr.
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