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🟠 Chinas größter Chip-Börsengang aller Zeiten
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ChangXin Memory: US$8,6 Mrd. für Chinas Speicher-Unabhängigkeit

© Asiabits Visuals
Am 27. Juli geht in Shanghai ein Chip-Hersteller an die Börse, den im Westen kaum jemand kennt. ChangXin Memory nimmt dabei rund 57,9 Milliarden Yuan ein, etwa 8,6 Milliarden US-Dollar.
Größer als alles bisher
ChangXin Memory stellt DRAM her, den Arbeitsspeicher, der in Servern, Rechenzentren und jedem KI-Cluster steckt. Mit rund 7,7 Prozent Weltmarktanteil ist die Firma aus Hefei die Nummer vier hinter Samsung, SK Hynix und Micron.
Der Börsengang sprengt alle bisherigen Marken. Es ist der größte Halbleiter-Börsengang in der Geschichte der chinesischen A-Aktien, größer als der von SMIC 2020. Bei 8,66 Yuan je Aktie hat CXMT sein ursprüngliches Ziel von 29,5 Milliarden Yuan glatt verdoppelt.
Washingtons Zielscheibe, bisher verschont
Speicherchips sind der Kern des amerikanischen Drucks. Die US-Exportkontrollen sperren China den Zugang zu High-Bandwidth Memory (HBM), dem schnellen Speicher, ohne den kein KI-Rechenzentrum läuft.
CXMT steht dabei mitten im Fadenkreuz. Washington erwog, die Firma auf die Entity List zu setzen, verzichtete aber, auch auf Druck Japans, dessen Ausrüster Tokyo Electron zu CXMTs wichtigsten Lieferanten zählt. Im April 2026 brachten US-Abgeordnete eigens den MATCH Act ein, um genau dieses Schlupfloch zu schließen.
Und ausgerechnet jetzt rückt CXMT in die HBM-Fertigung vor, die Technologie, die Amerika China verwehren will.
Die Börse als Waffe
Das Geld für Chinas Chip-Aufholjagd kommt inzwischen aus Shanghai, nicht aus dem Westen. Der STAR Market, Chinas Nasdaq-Pendant, finanziert genau die Firmen, die Washington kleinhalten will.
Und die Nachfrage ist da. CXMT verdoppelte sein Ziel, der Börsengang ist der größte in ganz Asien in diesem Jahr.
Jeder Yuan, der hier in DRAM fließt, ist ein Yuan, den China nicht bei Samsung, SK Hynix oder Micron ausgeben muss.
CHART OF THE WEEK

© Asiabits Research
Chinas Roboter werden gerade vom Messe-Gag zum Börsenwert: elf Hersteller auf einmal Richtung IPO.
Unitree hat als erstes Unternehmen die Zulassung erhalten und wird damit voraussichtlich rund 600 Millionen Dollar einsammeln, die anderen zehn stehen Schlange.
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China forciert mit großer Energie die Verbindung von Robotik und AI.
Es verbindet damit recht unterschiedliche, im Kern aber konsistente Zielsetzung von Produktivitätssteigerungen im Manufacturing und Ersatz schrumpfender Erwerbsbevölkerung bis hin zu geopolitischen Ambitionen der Zusammenarbeit insbesondere mit Nationen des Globalen Südens.
Der neue Leitartikel von Limen China erläutert den Stand der Industrie in China, die globalen Ambitionen des Landes hierzu und welche Opportunitäten aber auch Risiken sich für andere Ökonomien im Wettbewerb und in der Kooperation mit China bei Embodied AI ergeben.
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© Asiabits Visuals
🇰🇷 Hyundai übernimmt Boston Dynamics komplett: Der koreanische Autokonzern kauft SoftBank den restlichen Anteil an der Robotertochter ab, 9,9% für rund 325 Mio. $, und hält Boston Dynamics damit zu 100%. Aus dem Labor, das den Roboterhund Spot und den Humanoiden Atlas gebaut hat, wird endgültig ein Hyundai-Betrieb. SoftBank hatte Boston Dynamics 2020 an Hyundai verkauft und blieb bis zuletzt Minderheitseigner. Dass Masayoshi Son jetzt auch den Rest abgibt, passt ins Bild: Er bündelt sein Geld lieber in seinen KI-Wetten rund um OpenAI und Nvidia. Für Hyundai heisst das, die Kontrolle über eine der bekanntesten Robotermarken der Welt liegt jetzt allein in Seoul.
🇨🇳 AGIBOT bringt auf der WAIC vier Roboter auf einmal: Der Shanghaier Hersteller stellte zum Auftakt der Weltkonferenz für KI gleich vier neue Geräte vor: den lebensgrossen Humanoiden A3 Ultra, die Bildungsplattform X2 Edu, den schweren Industrieroboter G2 Max und die feingliedrige Roboterhand OmniHand 3 Ultra-M. Der A3 Ultra läuft auf Nvidias Thor-Chip und kommt auf 700 TOPS, also 700 Billionen Rechenoperationen pro Sekunde, genug, um mehrere KI-Modelle direkt an Bord laufen zu lassen. AGIBOT zählt neben Unitree zu Chinas bekanntesten Roboterbauern und drängt gerade hart ins Ausland. Die Messe mit über 300 Weltpremieren zeigt Chinas Richtung, raus auf die Exportmärkte.
🇮🇳 Indiens KI-Startup Emergent wird mit 130 Mio. $ zum Unicorn: Die indische Plattform, mit der man Software und Apps per Texteingabe bauen kann, ohne selbst zu programmieren, sammelte 130 Mio. $ in einer Series C ein und springt damit über die Bewertung von 1 Mrd. $. Emergent gehört zur Welle des sogenannten Vibe Coding, bei dem eine KI aus einer einfachen Beschreibung fertigen Programmcode macht. Auffällig ist das Timing: Indische Wagniskapital-Fonds sammelten im zweiten Quartal nur 569 Mio. $ ein, nach 2,41 Mrd. $ im ersten. Während die Kassen der Geldgeber also klammer werden, fliesst das, was da ist, gezielt in KI-Anwendungen.
🇨🇳 CATLs Vorsprung im heimischen Batteriemarkt bröckelt: Chinas Marktführer verbaute im Juni Batteriezellen mit 32,59 GWh Kapazität in neuen E-Autos und hält damit 42,7% des Heimatmarkts, 3,43 Punkte weniger als im Mai und der grösste Rückgang unter den 15 grössten Herstellern. Verfolger BYD legte auf 18,49% zu. Der Gesamtmarkt wuchs derweil kräftig, auf 76,5 GWh verbaute Batterien im Juni, ein Plus von 31,5% zum Vorjahr. Auffällig ist der Siegeszug der günstigeren LFP-Zellen aus Lithium-Eisenphosphat, die mit 83,3% einen Rekordanteil erreichten. Selbst der Weltmarktführer gibt im eigenen Land also Anteile ab, während der Kuchen schnell grösser wird und die kleineren Anbieter aufholen.
🇯🇵 Toyota und Nvidia vertiefen ihre Partnerschaft: Vergangene Woche erweiterten die beiden Konzerne ihre Zusammenarbeit um drei konkrete Bausteine: digitale Zwillinge von Toyotas Fertigungslinien, einen KI-Assistenten, der sicherheitskritischen Fahrzeug-Code schreibt, und ein Stadtmodell für Toyotas Reallabor Woven City. Auffällig ist, was fehlt: Beim Fahren bleibt Toyota bei der Assistenzstufe L2++, also Fahrhilfe mit Händen am Lenkrad statt selbstfahrendem Auto, während andere Nvidia-Partner längst auf Robotaxis zielen. Toyota wettet damit auf die Fabrik und die Software, das Robotaxi überlässt der Konzern vorerst anderen.
AUCH LETZTE WOCHE
🇸🇬 Die Singapurer Unternehmens-KI-Firma Whale legt 40 Mio. $ nach und bringt ihre Series C auf 100 Mio. $. Die Aufstockung derselben Finanzierungsrunde zeigt, wie viel Geld gerade in KI für Firmenkunden fliesst. Singapur bleibt der Magnet für die grossen KI-Deals der Region.
🇹🇭 Thailand genehmigt 3,1 Mrd. $ für sieben neue Rechenzentren. Das Investitionsboard winkte die Projekte durch, mit denen sich das Land als Datacenter-Standort für Südostasien aufstellt. Neben Malaysia wird Thailand zum bevorzugten Ziel für die Server-Farmen, die den KI-Boom der Region tragen.
🇨🇳 Die chinesische KI-Video-Plattform PixVerse stockt ihre Series C auf und bringt die Runde auf 439 Mio. $. PixVerse macht aus Text- oder Bildeingaben kurze Videoclips und zählt zu den bekanntesten KI-Videotools aus China. Während Runway und OpenAIs Sora die Schlagzeilen holen, setzt China mit einer eigenen Riege an Anbietern dagegen.
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