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🟠 Chinesen zahlen 1,2 Bio. US$ für Humanoide
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Unitree: 900 Millionen Dollar gesucht, 1,2 Billionen geboten

© Asiabits Visuals
9,8 Millionen Chinesen haben vergangene Woche Geld für eine Aktie hinterlegt, die noch gar nicht gehandelt wird.
Zusammen boten sie 8,1 Bio. Yuan, rund 1,2 Bio. $, für Anteile im Wert von 905 Mio. $. Mehr Gebote hat auf Shanghais Technologiebörse noch kein Börsengang eingesammelt, der bisherige Rekord des Speicherchip-Herstellers CXMT vom Juli lag bei 7,1 Bio. Yuan.
Vom Roboterhund zum Humanoiden
Unitree aus Hangzhou hat seit 2022 30.000 Roboterhunde verkauft. Das Geschäft mit den Humanoiden kam später dazu, hat aber schnell an Fahrt gewonnen: 2023 machten Humanoide 1,9 % des Kernumsatzes aus, 2025 waren es 51,5 %. Im vergangenen Jahr gingen 5.500 Stück raus, mehr als bei jedem anderen Hersteller der Welt.
Für das erste Halbjahr 2026 nennt der Börsenprospekt bis zu 1,13 Mrd. Yuan Umsatz, ein Plus von 45,4 %. Der bereinigte Gewinn fällt im selben Zeitraum aber auf 236 Mio. Yuan, 22 % weniger als im Vorjahr. Im ersten Quartal war die Schere noch weiter offen: 68,5 % mehr Umsatz, 52,6 % weniger Gewinn. Das Geld ging in Forschung und in Werbung, unter anderem in den Auftritt beim Neujahrsprogramm des Staatssenders CCTV.
Der Preis: das 219fache des Gewinns
Ausgegeben werden 40,45 Mio. Aktien zu 150,80 Yuan. Das sind 10 % der Firma und bringt 6,1 Mrd. Yuan ein, rund 905 Mio. $. Bewertet ist Unitree damit mit etwa 9 Mrd. $, dem 219fachen des Jahresgewinns.
Die Tranche für Privatanleger war 5.526fach überzeichnet. Gründer Wang Xingxing kontrolliert auch nach dem Börsengang rund ein Drittel der Firma.
70 % der Roboter gehen an Universitäten
Wer kauft diese Maschinen? Rund 70 % der 2025 verkauften Humanoiden gingen an Hochschulen und Forschungsinstitute, die eine laufende Plattform brauchen, um darauf ihre Modelle zu trainieren. Der Rest steht auf Messen, in Showrooms und bei Live-Events.
Der Analysedienst SemiAnalysis schätzt, dass Mitte 2026 etwa 250 Unitree-Humanoiden tatsächlich produktive Arbeit verrichten.
Unitree verdient heute also Geld mit Forschungsgeräten, nicht mit Arbeitskräften. Auch chinesische Analysten schreiben das offen: Der Gewinn kommt aus dem Verkauf der Roboter, nicht aus dem, was die Roboter leisten.
Der nächste Börsengang steht schon an. AgiBot bereitet die Notierung in Hongkong vor, Ankerinvestoren zielen auf 40 bis 50 Mrd. HK$. Im vergangenen Jahr war die Firma mit 15 Mrd. Yuan bewertet.
LIEBER SCHAUEN ALS LESEN?
Beim größten Batteriehersteller der Welt steckt seit Dezember ein Humanoid die Prüfstecker in fertige Batteriepacks. Knapp tausend Packs, kein einziger Fehler, dreifacher Durchsatz an dieser Station.
Darum geht es in der neuen Folge unserer Robotics News, 18 Minuten aus Shanghai.
Außerdem:
Lingbo, 16 Monate alt und Teil der Ant Group hinter Alipay, hat einen Roboter in einer Shanghaier Apotheke im Einsatz.
Bambu Lab und drei Nachbarn aus Shenzhen liefern 9 von 10 aller 3D-Drucker für Privatkunden weltweit. China exportierte im ersten Halbjahr 3,6 Mio. Geräte, 90 % mehr als im Vorjahr.
WeRide bringt Robotaxis nach Dänemark, gemeinsam mit GreenMobility und dessen 1.500 Mietwagen. Der öffentliche Betrieb ist für das erste Halbjahr 2027 geplant, es ist der sechste europäische Markt in diesem Jahr.
HINTER DEN KULISSEN
Was hier wie ein gewöhnliches Gruppenfoto aussieht, ist für uns ein Meilenstein.
Wir haben den deutschen Automobilzulieferer Kostal und das Shenzhener Robotikunternehmen Daimon Robotics zusammengeführt.
Seit vergangener Woche läuft das Projekt.
Oben im Newsletter steht, dass 70 % der Unitree-Humanoiden an Hochschulen gehen. In chinesischen Werken stehen trotzdem längst Roboter in der Produktion und werden auf konkrete Aufgaben trainiert.
Wir haben vier davon in der Fertigung von Kostal ausgesucht. Der Roboter trainiert sie gerade in Shenzhen, danach kommt er ins Werk nach Shanghai und lernt an der Linie weiter.
Wenn in eurer Fertigung eine Aufgabe jeden Tag gleich abläuft und gemessen wird, schreibt uns, welche das ist. Wir sagen euch, ob es dafür in China schon einen Roboter gibt.
UNSER CONTENT PARTNER: LIMEN CHINA
China hat einen nationalen Fünfjahresplan. Jetzt sind noch aus allen Provinzen Chinas weitere 31 Pläne hinzugekommen. Wer blickt da noch durch?
Limen China | Modern China Business Intelligence zum Beispiel.
Im aktuellen Leitartikel analysiert Limen China alle Pläne Chinas nach Regionen und Clustern. Daraus entsteht ein strategisches Konzept für Unternehmen, Branchen und eine Politik, die nach einer neuen China Strategie sucht.
Mit dem China Provincial Strategy Navigator wird der Datenschatz der chinesischen Fünfjahrespläne für Unternehmen und Investoren zugänglich.
Eine Landkarte, die zeigt, wo neue Marktchancen liegen, wo chinesische Capabilities ausgebaut werden und welche Provinzen an Bedeutung gewinnen. Zudem bietet der Beitrag Orientierung zu Potenzialen und Risiken für das europäische Geschäftsmodell und fragt, was sich daraus für Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit ableiten lässt.
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INFOGRAFIK DER WOCHE

5 STORIES YOU MISSED LAST WEEK
🇯🇵 TSMC und Sony bauen Bildsensoren in Kumamoto: Der weltgrößte Auftragsfertiger für Chips steckt gemeinsam mit Sony Geld in Entwicklung und Serienfertigung von Bildsensoren, den Chips, die in jeder Handykamera stecken. Standort ist Kumamoto im Süden Japans, wo TSMC seit 2024 eine Fabrik betreibt und eine zweite baut. Mit diesem Vorhaben summieren sich die ausländischen Investitionen in Japans Halbleiterindustrie auf 6 Bio. Yen, rund 37 Mrd. $. Auch der amerikanische Speicherhersteller Micron baut in Hiroshima aus. Japan hat die Chipfertigung vor 20 Jahren an Korea und Taiwan verloren und kauft sie sich mit Subventionen gerade zurück.
🇰🇷 Samsung erreicht 80 % Ausbeute bei HBM4: HBM ist der Speicher, der direkt neben einem KI-Chip sitzt und ihn mit Daten füttert. Bei der vierten Generation kommt Samsung inzwischen auf 80 % brauchbare Chips pro Wafer, die Schwelle, ab der sich die Fertigung rechnet. Der Konzern erwartet im dritten Quartal mehr als eine Verdreifachung des Umsatzes mit HBM4, im zweiten Halbjahr sollen über 60 % des gesamten HBM-Geschäfts darauf entfallen. Die Schweizer Bank UBS traut Samsung zu, SK Hynix im kommenden Jahr bei den Stückzahlen zu überholen. Für Nvidia-Chips kostet HBM4 je Gigabyte 31 bis 32 $, fast doppelt so viel wie die Vorgängergeneration. Der Speicher wird damit zum teuersten Einzelposten im KI-Rechenzentrum.
🇨🇳 Chinas Roboter-Startups sammeln 93,5 Mrd. Yuan ein: In den ersten sechs Monaten flossen 93,5 Mrd. Yuan, rund 13,9 Mrd. $, in chinesische Firmen für Embodied AI, also für Software, die einen Roboter steuert. Das verteilte sich auf 322 Finanzierungsrunden und ist das Fünffache des Vorjahreszeitraums. Im August ging es genauso weiter: Discover Robotics holte 100 Mio. $ weniger als einen Monat nach der ersten Runde, Noin Intelligence 74 Mio. $, PokeBot einen dreistelligen Millionenbetrag. Bei diesem Tempo entscheidet sich in den nächsten zwei Jahren, wessen Software auf den Maschinen läuft.
🇨🇳 2.056 Roboter treten Ende August in Peking an: Vom 22. bis 26. August finden im Eisschnelllauf-Oval der Winterspiele die zweiten World Humanoid Robot Games statt. Gemeldet sind 666 Teams aus 16 Ländern, 138 % mehr als im Vorjahr. Dazu kommen 51 Wettbewerbe mit 1.301 Einzelbegegnungen. Die Aufgaben reichen von Sprint und Fußball bis zu Sortier- und Greifübungen, mit denen die Hersteller Feinmotorik zeigen. Laut dem Marktforscher Smart Analytics Global kamen im ersten Halbjahr über 97 % aller ausgelieferten Humanoiden von chinesischen Herstellern. Wer sehen will, welche Firmen in zwei Jahren die Fabrikhallen beliefern, findet sie in dieser Woche alle an einem Ort.
🇮🇳 Yulu sammelt 93 Mio. $ für Elektroroller ein: Der Anbieter aus Bengaluru vermietet Elektroroller an Essenslieferanten und Paketfahrer in indischen Städten. Die Runde besteht aus 63 Mio. $ Eigenkapital unter Führung von GEF Capital Partners und 30 Mio. $ Fremdkapital. In derselben Woche sammelten 14 indische Startups zusammen 151,5 Mio. $ ein, 60 % weniger als in der Vorwoche. Fast zwei Drittel davon gingen an diese eine Firma. Indiens Lieferdienste wachsen schneller als die Ladeinfrastruktur, und genau diese Lücke füllt Yulu.
AUCH LETZTE WOCHE
🇻🇳 Vietnam meldet 38,06 Mrd. $ an ausländischen Investitionszusagen für die ersten sieben Monate. 2.429 neue Projekte mit 21,05 Mrd. $ kamen dazu, angeführt von Investoren aus Singapur und Südkorea. Vietnam bekommt damit in sieben Monaten mehr zugesagt als in manchem kompletten Vorjahr.
🇰🇷 JI Tech steigt mit dem japanischen Handelshaus CBC in Indiens Chip-Materialmarkt ein. Der koreanische Hersteller von Halbleiter- und Displaymaterialien gab dafür neue Aktien über 4,26 Mrd. Won an CBC aus, rund 3,1 Mio. $, und schloss am selben Tag eine strategische Partnerschaft. Korea liefert das Material, Japan den Vertrieb, Indien baut die Fabriken.
🇯🇵 Der japanische Index TOPIX hat am Donnerstag mit 4.176 Punkten so hoch geschlossen wie nie. Getragen wurde der Handelstag von Chipwerten: Kioxia und der Leiterplattenhersteller Ibiden legten je rund 10 % zu, der Druck- und Materialkonzern Toppan 14 %, der Nikkei 225 stieg um 1,6 % auf 68.601 Punkte. 18 % der TOPIX-Firmen mit Bilanzstichtag März haben nach dem ersten Quartal ihre Gewinnprognose angehoben, nur 2 % haben sie gesenkt.
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