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🟠 Chinesischer Roboter schlägt Usain Bolt
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100 Meter in 9,39 Sekunden: Pekings Roboter unterbieten Bolts Weltrekord
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© Asiabits Visuals
Im Eisschnelllauf-Oval der Pekinger Winterspiele lief am Samstag ein Roboter die 100 Meter in 9,39 Sekunden.
Usain Bolts Weltrekord steht seit 2009 bei 9,58 Sekunden.
Im Hochsprung kam dieselbe Maschine auf 2,88 Meter, der menschliche Weltrekord steht seit 1993 bei 2,45 Metern.
Ein Staatsinstitut und ein Handyhersteller
Die 9,39 Sekunden lief ein Roboter von X-Humanoid, einem Pekinger Innovationszentrum, an dem Xiaomi und der Roboterhersteller UBTech beteiligt sind.
Bei den ersten Spielen vor einem Jahr lag die Bestmarke im Hochsprung noch bei 0,95 Metern.
Noch schneller war im Testlauf vor den Spielen ein Roboter des Handyherstellers Honor: 9,32 Sekunden, in der Spitze 14,5 Meter pro Sekunde.
Angetreten sind über 2.000 Roboter aus 16 Ländern, darunter Deutschland, Japan und die USA, in 51 Disziplinen von Sprint bis Fußball.
Vom Oval in die Fabrikhalle
Sprint und Hochsprung sind Schaudisziplinen, aber sie hängen an denselben Bauteilen, über die sich der Einsatz in der Fabrik entscheidet: die Motoren in den Gelenken, die Steuerung und die Energie an Bord.
Dort arbeiten die Maschinen längst. Laut dem Branchenbericht des chinesischen Humanoid-Komitees lieferten Chinas Hersteller im ersten Halbjahr über 40.000 Humanoide aus, 97 % der weltweiten Stückzahl.
Wenn Handyhersteller Roboter bauen
Honor zeigte seinen ersten Humanoiden Anfang März auf dem Mobile World Congress in Barcelona, keine sechs Monate später läuft die Maschine die schnellste Zeit dieser Spiele.
Schon im April gewann sie den Halbmarathon im Pekinger Bezirk Yizhuang, in 50 Minuten und 26 Sekunden und damit schneller als der Weltrekord der Menschen.
Für den Umbau vom Handyhersteller zum KI-Konzern hat Honor 10 Mrd. $ über fünf Jahre eingeplant.
Was die Maschinen in der Fabrik tatsächlich tun
Beim Auftragsfertiger Longcheer legen seit April Roboter von AgiBot Tablets in Prüfvorrichtungen ein, auf den Millimeter genau, und sortieren aus, was durchfällt. Bis zum dritten Quartal sollen 100 Maschinen an dieser Linie stehen.
UBTech liefert seine Walker-Modelle an BYD, Foxconn, Geely und FAW-Volkswagen. Vor einem Jahr waren das Pilotversuche, heute stehen die Maschinen in laufenden Serienlinien.
Für das Gesamtjahr rechnet die Branche mit über 100.000 ausgelieferten Humanoiden, fünfmal so viel wie 2025.
Die Rekorde im Oval sind die Werbebroschüre dazu.
HINTER DEN KULISSEN
Dass ein Roboter Bolts Rekord unterbietet, zieht zu Recht alle Aufmerksamkeit auf sich.
In unseren Projekten sehen wir etwas anderes.
Schon heute senken Roboter- und Automatisierungslösungen Kosten und erhöhen den Durchsatz, und es sind meist die langweiligen Anlagen, die das tun. Kein Applaus, dafür ein Business Case.
Letzte Woche haben wir wieder das Führungsteam eines großen deutschen Konzerns zu mehreren Roboterherstellern in China gebracht. Was die Leute dort vor Ort gesehen haben, steht in keinem Marktbericht.
UNSER CONTENT PARTNER: LIMEN CHINA
Der Leitartikel von Limen China | Modern China Business Intelligence berichtet diese Woche von der World Robot Conference 2026 in Peking.
Im Mittelpunkt steht eine Beobachtung, die über Technik weit hinausgeht. Familien kamen mit drei Generationen zur Messe, Kinder spielten mit Robotern, Eltern fotografierten, Großeltern schauten neugierig zu. Industrielle Entwicklung als Familienerlebnis.
Darin verbirgt sich eine strategisch relevante Frage.
Was bedeutet es für diese immer noch junge Industrie, wenn Robotik früh gesellschaftlich normalisiert wird und Akzeptanz bereits entsteht, während viele Anwendungen technisch noch am Anfang stehen?
Der Wettbewerb in der Robotik könnte wesentlich davon geprägt werden, welche Gesellschaft neue Maschinen am schnellsten in ihren Alltag integriert und damit Skalierung, Lernkurven und neue Geschäftsmodelle ermöglicht. Ein Gedanke, bei dem deutschsprachige Leser aufmerksam werden dürften. Technische Perfektion könnte für den nächsten Technologiesprung weniger entscheidend sein als die Geschwindigkeit, mit der eine Gesellschaft bereit ist, ihn zu leben.
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5 STORIES YOU MISSED LAST WEEK
🇰🇷 SK Hynix zieht eigene Aktien für 40 Bio. Won ein: Der koreanische Speicherhersteller kauft Aktien im Wert von 40 Bio. Won (28,8 Mrd. $) zurück und vernichtet sie, die größte Einziehung, die je ein börsennotierter Konzern des Landes angekündigt hat. Das Ausschüttungsziel für den freien Cashflow der Jahre 2025 bis 2027 steigt von höchstens 50 auf über 50 %. Die Aktie legte am Donnerstag rund 12 % zu. Am Freitag zog Samsung nach und stellte für 2026 Ausschüttungen von 90 bis 110 Bio. Won in Aussicht, 65 bis 80 Mrd. $ und nach eigener Aussage der größte Betrag, den je ein koreanisches Unternehmen ausgeschüttet hat. Der Kospi stieg an dem Tag um 5,9 %. Der Speicherboom rund um KI-Rechenzentren spült so viel Geld in die Bilanzen, dass zwei Konzerne binnen 48 Stunden zusammen über 90 Mrd. $ an ihre Aktionäre verteilen.
🇨🇳 ByteDance und Tencent bekommen je 10.000 Nvidia-H200: Erstmals seit der amerikanischen Freigabe im Dezember sind nennenswerte Mengen des KI-Beschleunigers H200 auf dem chinesischen Festland angekommen. Nach Angaben der Financial Times erhielten ByteDance und Tencent in den vergangenen Wochen je rund 10.000 Stück. Washington erlaubt beiden Firmen bis zu 100.000 Chips, angekommen ist davon ein Zehntel. Jeder Kauf braucht die Einzelfreigabe der chinesischen Planungsbehörde NDRC, und Peking drängt die Konzerne weiter, die Rechenleistung außerhalb des Festlands zu betreiben und im Inland bei heimischen Herstellern zu kaufen. Die Chips fließen also, aber im Tempo der Behörde, nicht im Tempo der Nachfrage.
🇯🇵 Japans Importe schwerer Seltener Erden brechen um 82 % ein: Dysprosium und Terbium sind die Zusätze, die Elektromotoren und Chipfertigungsanlagen hitzefest machen. Chinas Ausfuhren dieser beiden Stoffe nach Japan lagen im ersten Halbjahr bei null, die japanischen Importe sanken um 82 %. Japans Hersteller decken damit nur noch rund zwei Drittel ihres Bedarfs und leben von Lagerbeständen. Die vom Staat geförderten Ersatzprojekte brauchen ein bis zwei Jahre bis zur Serienmenge, der Engpass hält nach Einschätzung der Branche mindestens bis 2027. Peking hatte die Lieferungen gedrosselt, nachdem Premierministerin Takaichi im November eine Verteidigung Taiwans ins Gespräch gebracht hatte. Wer in Japan Motoren oder Chipanlagen baut, plant seine Produktion inzwischen um die Verfügbarkeit von zwei Metallen herum.
🇨🇳 Alibabas Cloud-Geschäft wächst um 45 %, der Betriebsgewinn fällt um 57 %: Im Quartal bis Ende Juni setzte die Cloud- und KI-Sparte 48,4 Mrd. Yuan (7,1 Mrd. $) um. Die KI-Produkte wachsen das zwölfte Quartal in Folge dreistellig. Auf der anderen Seite der Bilanz fiel das Betriebsergebnis um 57 %, der bereinigte Nettogewinn um 38 %, belastet durch die Investitionen in Rechenzentren und eine Abschreibung auf Firmenwerte. Alibaba, Tencent, ByteDance und Baidu kommen zusammen auf rund 100 Mrd. $ Investitionsbudget für dieses Jahr. Chinas Cloud-Anbieter zahlen den Aufbau ihrer Rechenzentren gerade aus dem laufenden Gewinn.
🇻🇳 Vietnam steigt in den FTSE-Schwellenländerindex auf: Der Indexanbieter FTSE Russell hat am Freitag die Liste der vietnamesischen Titel veröffentlicht, die vom Frontier- in den Schwellenländerindex wechseln, darunter Vingroup, Hoa Phat, VPBank und Vinhomes. Wirksam wird der Aufstieg ab dem 21. September, verteilt auf vier Stufen bis September 2027. Fonds, die den Index nachbilden, müssen die Papiere dann kaufen. Vietnam hat dafür jahrelang das Abwicklungssystem der Börse umgebaut und Ausländern den Zugang erleichtert. Für Anleger, die bisher nur über Umwege in Vietnam investieren konnten, wird das Land damit zur Standardposition.
AUCH LETZTE WOCHE
🇨🇳 Chinas Batteriehersteller haben in sieben Monaten 216,6 GWh exportiert, ein Plus von 43,9 % zum Vorjahreszeitraum. Im Juli allein wurden im Inland 74,6 GWh verbaut, ein Drittel mehr als im Vorjahresmonat. Der Absatz wächst inzwischen im Export schneller als daheim.
🇮🇳 Der indische Finanzdienstleister Navi sammelt 100 Mio. $ bei Prosus ein. Auf die Runde entfiel fast die Hälfte des Geldes, das indische Start-ups in der Woche einsammelten, 233 Mio. $ in 19 Runden. Indiens Finanz-Start-ups holen sich das Kapital derzeit bei wenigen großen internationalen Investoren.
🇸🇬 Singapurs KI-Firmen haben in sieben Monaten 4,1 Mrd. $ eingesammelt, mehr als doppelt so viel wie im gesamten Jahr 2025. Verteilt war das auf nur 23 Runden, und insgesamt liegt das eingesammelte Eigenkapital der Branche im Stadtstaat bei 9,3 Mrd. $. Wenige große Schecks entscheiden dort inzwischen über die Jahresbilanz.
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