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🟠 Diesen Sektor schnappt sich China jetzt

Asiabits News

Chinas Flugautos: alle 30 Minuten eines vom Band

In Guangzhou steht eine Fabrik, die ein Auto baut, das auch fliegen kann. Seit November läuft es dort vom Band, bei voller Auslastung eines alle 30 Minuten.

7.000 Stück sind schon vorbestellt.

Das Mutterschiff und sein Flugmodul

Hinter der Fabrik steht Aridge, die Flugauto-Tochter von XPeng (früher XPeng AeroHT). Ihr Produkt: der Land Aircraft Carrier, ein sechsrädriger Gelände-Lkw, aus dem sich ein zweisitziges Flugmodul ausklappt und senkrecht abhebt.

Der Lkw fährt elektrisch mit Range Extender, das Cockpit ist aus Karbonfaser. Preis: unter 2 Millionen Yuan, rund 280.000 US-Dollar.

Die reguläre Auslieferung in China soll Ende 2026 starten. Ab 2027 soll der Land Aircraft Carrier in den Nahen Osten gehen, wo schon 600 Bestellungen vorliegen.

Erst das Gesetz, dann die Landeplätze

Am 1. Juli ist Chinas überarbeitetes Luftfahrtgesetz in Kraft getreten. Es regelt erstmals, wer wo mit Drohnen und Flugtaxis fliegen darf, und betrifft direkt Hersteller wie Aridge, EHang und AutoFlight.

Bei EHang sitzen schon Passagiere an Bord: Die EH216-S hat als erstes Flugtaxi die Betriebsgenehmigung, die Strecke Shenzhen-Zhuhai soll dieses Jahr starten, rund 20 Minuten Flug für 200 bis 300 Yuan pro Sitz.

Die Provinz Guangdong baut derweil das Bodennetz: 2.500 neue Start- und Landepunkte für Drohnen und 20 Hubschrauber-Pads, alle 2026.

Der Plan reicht bis 2035

Bis 2030 sollen 100.000 Langstrecken-Drohnen und Flugtaxis in der Luft sein, bis 2035 soll der Markt 3,5 Billionen Yuan wert sein, rund 490 Milliarden US-Dollar.

Seit 2024 führt Pekings Arbeitsbericht die Tiefflug-Wirtschaft als neuen Wachstumsmotor, neben Biofertigung und kommerzieller Raumfahrt. 30 Provinzen haben sie inzwischen in ihre eigenen Pläne übernommen.

CHART OF THE WEEK

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Board Briefing: Chinas massive Investitionen - smarter Platform State oder auf dem Weg in die First-Mover Falle?

Der neue Limen China Leitartikel liest die aktuelle McKinsey Studie zu globalen Investitionsströmen zusammen mit zwei Konzepten, die Chinas Wirtschaftsmodell präziser erklären könnten als die üblichen Kategorien. China als Platform State, der auf Systemgewinne statt Unternehmensrenditen setzt. Darüber hinaus der Blick auf China als Staat mit Agile Governance, der Technologie erst laufen lässt und dann erst Regulierung lernend nachzieht.

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5 STORIES YOU MISSED LAST WEEK

🇨🇳 UBTech sammelt 13.000 Vorbestellungen für seinen neuen Humanoiden: Der Shenzhener Roboterbauer meldet für sein Modell UWORLD U1 mehr als 13.000 Vorbestellungen, zum Stückpreis von rund 17.600 Dollar. Der U1 hat 88 Freiheitsgrade, soll 90% der menschlichen Grundbewegungen nachmachen und über 20 Gefühlszustände mit mehr als 90% Trefferquote erkennen. Kurz zuvor hatte Morgan Stanley seine Prognose für Chinas Humanoiden-Auslieferungen 2026 von 28.000 auf 50.000 Einheiten angehoben. Das Spannende ist der Sprung vom Bühnen-Demo zum gefüllten Auftragsbuch: Zum ersten Mal reden diese Firmen über Bestellungen statt über Backflips.

🇰🇷 Südkorea macht die größte Chip-Investition seiner Geschichte: Samsung und SK Hynix stecken gemeinsam 800 Bio. Won (520 Mrd. $) in ein neues Halbleiter-Zentrum nahe Gwangju, im ländlichen Südwesten und damit weit weg vom bestehenden Chip-Gürtel südlich von Seoul. Geplant sind vier Fabriken, zwei pro Konzern, dazu eigene HBM-Linien. Die Regierung will Koreas Memory-Kapazität in fünf Jahren verdoppeln. Dahinter steht ein einfaches Kalkül: SK Hynix liefert mittlerweile den größten Teil des HBM-Speichers für Nvidias AI-Chips, und diesen Vorsprung will Seoul festklopfen, bevor die Konkurrenz aufholt.

🇨🇳 Apple-Zulieferer Luxshare holt sich 3,1 Mrd. Dollar in Hongkong: Der Auftragsfertiger, der für Apple iPhones, AirPods und die Vision Pro montiert, platziert bis zu 383,5 Mio. H-Aktien zu maximal HK$63,28 und sammelt damit rund 3,1 Mrd. $ ein. Handelsstart ist der 9. Juli, es ist der größte Börsengang in Hongkong in diesem Jahr. Neben der bestehenden Notierung auf dem Festland verschafft sich Luxshare damit Zugang zu internationalem Kapital. Interessant ist das Timing: Während Apple seine Lieferkette langsam aus China herauszieht, holt sich sein wichtigster Montage-Partner frisches Geld an einem chinesischen Finanzplatz.

🇯🇵 Japan baut mit Nvidia und SoftBank seinen stärksten AI-Supercomputer: Auf dem Nvidia AI Summit in Tokio kündigte Jensen Huang an, dass SoftBank Japans leistungsstärkste AI-Maschine auf Nvidias Blackwell-Plattform hochzieht. SoftBank steckt dafür 150 Mrd. Yen (960 Mio. $) in den Infrastruktur-Ausbau, Nvidia-Chips inklusive, und hat nebenbei das erste kombinierte AI-und-5G-Netz der Welt getestet. Die Regierung legt weitere 114,6 Mrd. Yen (740 Mio. $) für sechs heimische Firmen drauf. Japan geht es um souveräne Rechenleistung: eigene AI-Kapazität im eigenen Land, statt sich auf US-Cloud-Anbieter zu verlassen.

🇨🇳 BYDs Auslandsgeschäft klettert im Juni auf einen Rekord: Der Konzern verkaufte im Juni 403.472 Fahrzeuge, ein Plus von 5,5% zum Vorjahr. Der Treiber sitzt im Export: im Ausland setzte BYD 175.349 Wagen ab, fast 95% mehr als vor einem Jahr, das waren mehr als 43% des Monatsabsatzes. Zu Hause lief es dagegen zäh, die Inlandsverkäufe fielen um 22% auf 228.123 Einheiten. Im zweiten Quartal dürfte BYD Tesla bei den reinen Stromern mit rund 557.000 Auslieferungen wieder überholen. Der Heimatmarkt ist ausgereizt, das Wachstum holt sich BYD jetzt im Ausland.

EBENFALLS LETZTE WOCHE

🇨🇳 Chinas Robotaxi-Zulieferer Momenta war bei seinem Hongkong-IPO 414-fach überzeichnet und sammelte HK$5,89 Mrd. (751 Mio. $) ein. Der Handel in dem Suzhouer Startup startet am 9. Juli. Dass ein Anbieter von Software fürs autonome Fahren so gefragt ist, zeigt, wie heiß der Markt dieses Thema gerade spielt.

🇨🇳 CATL hält per Ende Mai 40,2% des globalen Marktes für EV-Batterien, BYD folgt mit 14,4%. Zum 1. Juli trat Chinas erste offizielle Feststoffbatterie-Norm in Kraft: Zellen mit mehr als 5% Flüssig-Elektrolyt zählen künftig nur noch als Hybrid. Damit setzt Peking den Maßstab, an dem sich der nächste Batterie-Zyklus messen lassen muss.

🇨🇳 Leapmotor lieferte im Juni 93.376 Fahrzeuge aus, fast 95% mehr als vor einem Jahr und damit den besten Monat seiner Geschichte. Der günstige Stellantis-Partner rückt an die Marke von 100.000 Auslieferungen pro Monat heran. Der Preiskampf setzt die etablierten Marken unter Druck, während die jungen Billiganbieter gerade Rekord um Rekord fahren.

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