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🟠 Iran kassiert Öl-Maut nun in RMB

China: lachender Dritter

Hormus dicht, Dollar raus: Iran kassiert nur noch in Yuan

Drei Generationen lang lief der globale Ölhandel nach dem gleichen Muster: Der Golf verkauft, Washington schützt, die Rechnung kommt in Dollar.

Dieses Abkommen ist dieses Frühjahr gebrochen.

Gestern hat Iran die Straße von Hormus zum zweiten Mal geschlossen, die IEA spricht von der größten Versorgungsstörung in der Geschichte des globalen Ölmarkts. Aber die eigentliche Nachricht liegt tiefer.

Seit Ende März betreibt Iran, was der Atlantic Council ein "Mauthäuschen" nennt. Handelsschiffe, die Hormus passieren wollen, zahlen eine Durchfahrtsgebühr an iranische Marineeinheiten.

  • Akzeptiert wird ausschließlich Yuan. 

Fortune hat den ersten Fall am 26. März dokumentiert, Lloyd's List bestätigte bis zum 25. März mindestens zwei solcher Zahlungen.

Über 80% des iranischen Öls gehen nach China

Die Maut beschleunigt, was seit drei Jahren anläuft. China kauft rund 80% des iranischen Rohöls, abgerechnet durchweg in Yuan.

Saudi-Arabien und die VAE clearen ihre Energiegeschäfte über mBridge, die grenzüberschreitende Digital-Yuan-Plattform der PBOC.

Laut BIS ist der Dollaranteil am globalen Ölhandel zwischen Mitte 2024 und Februar 2026 um bis zu fünf Prozentpunkte gefallen.

  • In einem Devisenmarkt von dieser Größe ist das seismisch, und eine Umkehr ist nicht in Sicht.

Was 1971 in Washington begann, endet gerade in Hormus

Das letzte Mal, als sich die Weltleitwährung im Öl verschoben hat, war 1971. Damals hat Nixon eine Pressekonferenz gehalten und den Goldstandard gekündigt.

Diesmal läuft es über iranische Marineoffiziere und chinesische Banken. Ohne Pressekonferenz, aber mit den gleichen Langzeitfolgen.

  • Europäische Firmen haben noch rund zwei Jahre, in denen Dollar-Abrechnung mit China die bequeme Option ist. Danach wird sie die teure.

Alle Details & Daten: Fortune, Atlantic Council, SCMP 

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China verstehen — auf dem Boden, nicht aus Schlagzeilen

Die Story aus Hormus ist ein gutes Beispiel: Was in Europa als Hintergrundrauschen ankommt, wird in Shanghai, Peking und Shenzhen längst gelebt.

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CIPS: Chinas Antwort auf den Dollar hat 26 Billionen erreicht

Das Cross-Border Interbank Payment System ging 2015 mit 19 Banken an den Start. Zehn Jahre später sind 1.766 Institute in 124 Ländern angebunden.

Das Volumen hat sich seit 2017 verzehnfacht, und im März 2026 wurde an einem einzigen Tag ein Rekord von 168 Milliarden US-Dollar erreicht.

CIPS ist jedoch noch kein SWIFT-Ersatz. Der Yuan macht weiterhin nur rund 3 % der globalen Zahlungen aus, der Dollar 48 %.

Worum es geht, ist Optionalität. Peking baut Parallelinfrastruktur, über die bereits Handel mit Russland, Iran und Teilen der Golfregion abgewickelt wird. Mit jeder neuen US-Sanktion wird sie relevanter.

FOUNDERS INSIGHTS

„Flieg nach China. Komm nicht zurück."

Mit diesem Anruf schickte sein Co-Founder Ryan Dunwoody 2015 nach Shenzhen.

Wie kommt ein Oxford-Ingenieur ins Arbeiterwohnheim einer chinesischen Fabrik?

Ryan und sein Co-Founder hatten auf Kickstarter 200.000 Dollar für einen Laptop zum Selberbauen eingesammelt. Doch die Produktion lief nicht an, aus London dauerte jede Rückfrage Tage, die Investoren wurden unruhig.

Also zog Ryan in die Fabrik, wusch seine Wäsche im Eimer und arbeitete zwischen den Fließbändern.

Was aus England drei Tage gekostet hatte, war vor Ort in zehn Minuten erledigt.

  • Seine Firma Pi-top lieferte am Ende 10.000 Laptops an die argentinische Regierung, wuchs auf 100 Mitarbeiter und sammelte 35 Millionen Dollar ein. Plus Guinness-Rekord für den weltweit ersten 3D-gedruckten Laptop.

Heute hilft Ryan mit seiner Firma Powerhouse Engineering westlichen Hardware-Startups, ihre Produkte in Shenzhen überhaupt zum Laufen zu bringen.

Sein Lieblingsbeispiel:

👉🏻 19 Uhr, Mittwochabend. Sein Team merkt, dass der falsche Chip bestellt wurde. Ryan findet online einen Händler im Shenzhener Elektronikmarkt, schickt einen Motorroller-Fahrer. 45 Minuten später ist das richtige Bauteil auf die Platine gelötet.

„The culture of now" nennt er das.

Hier geht's zur ganzen Folge:
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5 ASIA STORIES YOU MISSED LAST WEEK

Source: www.agibot.com

🇨🇳 AGIBOT startet weltweit erste Produktionslinie mit Humanoiden: In Nanchang läuft die erste Fabrikstraße, auf der Humanoid-Roboter im Dauerbetrieb Tablets fertigen. AGIBOTs G2-Modell schafft 310 Einheiten pro Stunde mit einer Erfolgsrate von über 99% in 140 Stunden Dauerbetrieb. Partner ist Longcheer Technology, ein großer ODM-Hersteller für Unterhaltungselektronik. Die Integration in die bestehende Fertigungslinie dauerte nur 36 Stunden. AGIBOT plant bis Q3 2026 auf 100 Roboter am Standort zu skalieren.

🇨🇳 Hesai bringt weltweit ersten Full-Color LiDAR-Chip: Der chinesische LiDAR-Hersteller Hesai hat mit dem Picasso-Chip eine Weltneuheit vorgestellt: erstmals verschmelzen Farbwahrnehmung und Abstandsmessung auf Hardware-Ebene in einem einzigen Chip. Das System unterstützt bis zu 4.320 Laserkanäle und liefert damit farbige 3D-Punktwolken in Echtzeit. Für autonomes Fahren und Robotik bedeutet das: Kameras und LiDAR wachsen zusammen, statt parallel zu laufen. Hesai ist bereits der weltweit größte LiDAR-Hersteller nach Stückzahlen.

🇰🇷 DeepX fordert Nvidia heraus: Das südkoreanische Startup DeepX positioniert seinen DX-M1-Chip als Alternative zu Nvidias Edge-GPUs: 20x energieeffizienter bei einem Zehntel der Kosten, durchschnittlich nur 2-3 Watt Verbrauch. Samsung fertigt den Chip mit über 90% Yield. CEO Kim Lok-won, ein ehemaliger Apple-Chipdesigner, zielt auf den Markt für Physical AI in Robotern, autonomen Fahrzeugen und Fabriken. Der Nachfolger DX-M2 kommt 2027 in Samsungs 2nm-Prozess mit 80 TOPS bei unter 5 Watt.

🇯🇵 Kawasaki baut AI-Schweißroboter für den Schiffbau: Kawasaki Heavy Industries entwickelt einen KI-gesteuerten Roboter, der die Schweißproduktivität im Schiffbau verdoppeln soll. Hintergrund: Japan gehen die Schweißer aus. Die Technologie basiert auf Kawasakis vierbeinigem Corleo-Roboter und soll manuelle Arbeit in einer Branche ersetzen, die sich bisher kaum automatisieren ließ. Ein Schwergewicht der Old Economy setzt auf Physical AI, weil es keine Alternative mehr gibt.

🇭🇰 Globale Fonds treiben Hong Kongs IPO-Comeback: Internationale Investoren bauen ihre China-Exposure nach Jahren der Untergewichtung wieder auf, sagt HKEX-CEO Bonnie Chan. Muyuan Foods, Chinas größter Schweinezüchter, holte sich HK$10,7 Mrd. mit Cornerstone-Investoren wie Charoen Pokphand aus Thailand und Wilmar aus Singapur. GPU-Entwickler Biren Technology sammelte HK$5,58 Mrd. ein, gestützt von UBS und Eastspring. Hong Kong positioniert sich als Brücke zwischen globalem Kapital und Chinas Tech-Sektor.

EBENFALLS LETZTE WOCHE

SoftBank holt sich Honda, Toyota und weitere japanische Hersteller ins Boot, um Physical AI für die Industrie zu entwickeln. (Ganze Story)

Thailands E-Commerce explodiert auf $35,5 Mrd. GMV mit +51,8% Wachstum und ist damit der schnellste Markt in Südostasien. (Ganze Story)

Chinas Big Tech Talent Krieg: ByteDance soll DeepSeek-Chefforscher für $14,7 Mio. Jahresgehalt abgeworben haben. (Ganze Story)

China kauft US-Chiptools jetzt über Malaysia und Singapur, US-Direktimporte auf 8-Jahres-Tief. (Ganze Story)

Huawei holt sich die Smartphone-Krone in China zurück mit dem höchsten Marktanteil seit fünf Jahren, trotz starker Apple-Zahlen. (Ganze Story)

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