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🟠 Die unbequeme Wahrheit auf der Pekinger Automesse

Auto China 2026: Die Welt kommt nach Peking, Peking ist schon weiter

Diese Woche hat in Peking die Auto China eröffnet, und jeder Eintrag in der Ausstellerliste ist ein Eingeständnis: Wer in der Automobilindustrie noch eine Rolle spielen will, muss hier sein Bestes geben.
BMW, Mercedes, VW, Audi, Porsche, Toyota, Ford, alle sind da, alle mit China-spezifischen Modellen. Die Frage ist nur, was sie zeigen.
Wolfsburg hört zu, Peking gibt das Tempo vor
Auf der Show beweisen die deutschen und japanischen Hersteller vor allem, dass sie aufgeholt haben. VW kündigt 20 neue NEVs allein für 2026 an, ein neues Modell alle zwei Wochen, dazu 50 elektrifizierte Modelle bis 2030 und Level-3-ADAS in zwei Jahren.
Audi und Porsche bringen "China-tailored" Versionen. Das Tempo wird in Hefei und Hangzhou geschrieben, von BYD, Nio, Xpeng, Li Auto, Xiaomi, Leapmotor und Huaweis HIMA.
Das eigentliche Event: KI im Auto
Das Theme der Messe heißt "Future of Intelligence", und das ist wörtlich gemeint. Chinesische Hersteller zeigen Autos mit eigenen KI-Agenten, eigenen Chips und eigenem Software-Stack.
Es ist die nächste Disruption nach der NEV-Welle: das Auto als KI-Plattform auf chinesischen Halbleitern. Was im Westen noch Demo ist, läuft hier in Serie.
Was Peking schon abgehakt hat
Für Peking ist das, was auf der Auto China zu sehen ist, weitgehend gewonnenes Terrain.
Solar (80% der Weltproduktion), EV-Batterien (über 70%), Verarbeitung Seltener Erden (90%), NEVs (Weltmarktführer): alles erledigt.
Der 15. Fünfjahresplan, am 12. März verabschiedet, listet bereits die nächste Front:
Halbleiter,
KI
Robotik
Grundlagensoftware
Quantencomputing
6G
Brain-Computer-Interfaces
Biomanufacturing
Wasserstoff
Nukleartechnik
Die Auto China ist das Schaufenster für die letzte Disruption. Den Bauplan für die nächste hat der NPC bereits unterschrieben.
Wer die nächste Welle nicht erst 2030 auf einer Messe sehen will, fährt jetzt in die Robotik-Labs, KI-Zentren und Halbleiter-Fabriken in Shanghai, Peking und Shenzhen.
Genau das machen die Asiabits Bespoke Days: ein Entscheider, ein Tag, die richtigen Türen.
→ Antwortet auf diese Mail, falls ihr Interesse habt.
IN EIGENER SACHE
Wir haben einen Roboter gekauft - und verschiffen ihn gerade nach Deutschland.
Dieser Roboter steht bereits in Hotels, Fast-Food-Restaurants und auf Messen in China, Dubai und der Türkei.
Und bald wird er auch in Deutschland und Europa Kaffee ausschenken, Cocktails mixen und Eis verteilen.
Wenn ihr Interesse habt, schreibt uns einfach eine Mail.
CHART OF THE WEEK

Diese Grafik, die wir letzte Woche auf LinkedIn gepostet haben, hat für viel Aufmerksamkeit und eine interessante Diskussion gesorgt.
Was meint ihr zu dem Thema? Sind die hart arbeitenden chinesischen Tech-Worker ein Grund für Chinas Aufstieg?
Wir sind gespannt auf eure Kommentare!
FOUNDERS’ INSIGHTS

„Du bist nicht ekstatisch. Sondern müde."
Wie versenkt jemand allein 700.000 Dollar in sechs Jahren?
Oliver, Ingenieur aus Australien, baut Schlafkopfhörer. Sechs Jahre, 36 Prototypen, finanziert durch seine eigenen Ersparnisse und Finanzspritzen seiner Familie
Bei seiner ersten Reise nach Shenzhen hatte er nur noch 10.000 Dollar auf dem Konto. Er kam nachts um halb eins in einem Land an, dessen Sprache er nicht sprach, und weinte vor Frust im Hotelzimmer.
Dann der Durchbruch: Im Juli 2025 kamen in 30 Tagen 1.001.216 Dollar von 3.272 Unterstützern zusammen.
Aber: Bis Kickstarter auszahlte, musste er 212.000 Dollar für Werbung vorstrecken. So viel hatte er nicht. Wie kommt ein Solo-Founder an so viel Geld?
👉🏻 Trotz Geldmangels drängt Oliver seine Werbeagentur, das Tagesbudget von 2.000 auf 5.000 Dollar zu erhöhen. Jeder eingesetzte Dollar bringt sieben zurück.
Mit diesen Zahlen geht er zu seinem besten Freund. Der leiht ihm weitere 150.000 Euro zu 2,5 Prozent p.a. Die üblichen Kreditgeber im Kickstarter-Umfeld nehmen 5 Prozent. Pro Monat.
Sein Erfolgsgeheimnis? „Verlieb dich in das Problem, nicht in die Lösung."
Hier geht es zur ganzen Folge:
5 STORIES YOU MISSED LAST WEEK

Image Credits: Huawei
🇨🇳 DeepSeek V4 läuft erstmals auf Huawei-Chips: DeepSeek hat sein lang erwartetes V4-Modell veröffentlicht und arbeitet dabei eng mit Huawei zusammen. Das Modell wurde teilweise auf Ascend-Chips trainiert und läuft komplett auf chinesischer Hardware. Damit fällt eine der letzten Abhängigkeiten von NVIDIA. SCMP nennt die Effizienz "world-leading", die Pro-Variante schlägt alle Open-Source-Konkurrenten und liegt nur knapp hinter Googles Gemini-Pro-3.1. Die Verzögerung von V4 lag an der Migration auf Huawei-Silizium. Tencent und Alibaba verhandeln gleichzeitig über ein Investment bei DeepSeek mit $20 Mrd. Bewertung.
🇨🇳 CATL kontert BYD mit 6-Minuten-Schnellladung: CATL hat auf seinem Tech Day 2026 die dritte Generation der Qilin-Batterie vorgestellt: 15C Peak-Charging-Rate, 1.000+ km Reichweite auf einem Pack. Dazu kommt die zweite Freevoy-Hybrid-Batterie mit 600 km rein elektrisch und der Start der Massenproduktion von Sodium-Ion-Zellen ab Q4. Damit zieht CATL gleich mit BYDs jüngst angekündigtem 5-Minuten-Lader und sichert die Marktführerschaft. Sinopec nutzte die laufende Tech-Rallye und verkaufte 5,5% an CATL für $770 Mio.
🇯🇵 Japan öffnet seinen Rüstungsmarkt: Premierministerin Takaichi hat die größte Lockerung der Waffenexportregeln seit dem Zweiten Weltkrieg verkündet. Schiffe, Raketen und Munition dürfen künftig regulär exportiert werden. Treiber sind die Ukraine, der Iran-Konflikt und Zweifel an Trumps Sicherheitsgarantien gegenüber Asien. Für Mitsubishi Heavy, Kawasaki und IHI öffnet sich damit ein Markt, der jahrzehntelang verschlossen war. Ein 80-Jahre-Tabu fällt und Japan positioniert sich als verlässlicher Rüstungspartner für Europa und Asien.
🇰🇷 SK Hynix verfünffacht Gewinn auf Rekord-Niveau: SK Hynix hat im Q1 einen operativen Gewinn von 37,6 Bio. Won (rund $27 Mrd.) gemeldet — fünfmal so viel wie im Vorjahr und der höchste Quartalsgewinn in der Firmengeschichte. Treiber ist HBM-Memory für NVIDIA-Chips. Die Aktie war schon vor den Zahlen auf Allzeithoch, der Auftragsbestand für 2026 ist komplett verkauft. Selbst die Mideast-Energiekrise und steigende Strompreise konnten den Boom nicht bremsen. HBM bleibt auch 2026 das wachstumsstärkste Segment im Chip-Markt und SK Hynix der größte Profiteur.
🇰🇷 Korea-Tour: 20 MoUs mit Indien, Atom-Deal mit Vietnam: Präsident Lee Jae Myung hat innerhalb einer Woche zwei strategische Asien-Achsen geschmiedet. In Delhi 20 MoUs in Stahl, Schiffbau, Energie und Critical Minerals; in Hanoi der Einstieg in den vietnamesischen Atomstrom plus Halbleiter, AI-Datacenter und Smart Cities. Vietnam ist mit $90 Mrd. Handelsvolumen 2025 Koreas größter SEA-Partner. Lees Botschaft an Peking: Korea baut sich Alternativen und positioniert sich als Asia-Hub gegen China-Klumpenrisiko.
EBENFALLS LETZTE WOCHE
Victory Giant springt zum Debüt 60% nach oben und legt größtes HK-IPO in 7 Monaten mit $2,6 Mrd. Volumen hin. Der Nvidia-Supplier zeigt: HK ist als IPO-Hub zurück. (Ganze Story)
Pudu Robotics holt sich $150 Mio. zur $1,5 Mrd. Bewertung und ist nach EngineAI ($200M) und Galaxea ($291M) die dritte Mega-Round für China-Robotics in vier Wochen. (Ganze Story)
Hyundai geht in China All-In: Ioniq launcht zur Auto China 2026, Beijing Hyundai wird komplett auf NEV umgestellt. Größte Kurskorrektur seit dem Markteintritt 2002. (Ganze Story)
Roboter Rekord auf Beijings Halbmarathon: Chinas humanoide Roboter schlagen den menschlichen Weltrekord um 6 Minuten. Industrie-Showcase mit echter Funktionsprüfung. (Ganze Story)
Marubeni verbündet sich mit dem spanischen Startup Submer und will den Stromverbrauch von AI-Datacentern über Flüssigkühlung statt Klimaanlage um 80% senken. (Ganze Story)
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