🟠 Xi trifft Trump: 5 Takeaways

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Xi und Trump verlängern den Handelsfrieden nur um zwei Monate

Foto: Weißes Haus / Andrea Hanks

Über dem Weißen Haus flogen am Donnerstag Kampfjets und Bomber. Im Rosengarten standen Soldaten in Uniformen aus der Kolonialzeit. Beim Staatsdinner saßen Elon Musk, Tim Cook, Jeff Bezos, Sam Altman und Jensen Huang am Tisch.

Xi Jinping war zum ersten Mal seit elf Jahren wieder zu Gast in Washington. Herausgekommen ist eine Verlängerung um zwei Monate.

Die Zollruhe läuft am 10. Januar aus

Im vorigen Herbst hatten sich beide Seiten in Südkorea auf eine Zollruhe geeinigt. Die wäre am 10. November ausgelaufen. Jetzt gilt sie bis zum 10. Januar 2027.

Ein neues Abkommen gibt es nicht. Zölle, chinesische Einkäufe, Seltene Erden und die Technologie-Beschränkungen wandern in die nächste Verhandlungsrunde. Finanzminister Scott Bessent nennt das "mehr Zeit, um zu sehen, was wir wirtschaftlich erreichen können".

Seltene Erden: die Lieferungen hinken

China hatte zugesagt, seine Exportkontrollen für Seltene Erden ein Jahr lang nicht zu verschärfen. Die Mengen kommen trotzdem langsamer. Im August sanken die Magnet-Lieferungen in die USA erneut, das stellt der US-Handelsbeauftragte fest.

China kontrolliert die Kette vom Bergbau über die Trennung bis zum fertigen Magneten, und daran wird sich Schätzungen zufolge bis mindestens 2030 nichts ändern. Für deutsche Hersteller ist das derselbe Flaschenhals. Wer Elektromotoren oder Windturbinen baut, hängt an denselben Werken.

Bei den Agrar-Zusagen fehlen 17 Milliarden Dollar

Die 25 Millionen Tonnen Sojabohnen kauft China wie vereinbart. Bei den übrigen Agrargütern liegt Peking zurück, dort stehen 17 Milliarden Dollar im Vertrag.

Das ist Trumps sichtbarster Hebel. Agrarstaaten wie Iowa und Illinois haben ihn gewählt.

KI: Xi will Regeln, Trump will keine

"China und die USA sind beide führend bei KI. Wir haben die Fähigkeit und die Verantwortung, sie zum Guten zu entwickeln und zu steuern", sagte Xi bei der Begrüßungszeremonie. Er wirbt für Kontrolle und für einen ständigen Militärdialog.

Trump hält an seiner Linie fest und will möglichst wenige neue Auflagen. Beide Seiten erklärten, bei der Steuerung der Technologie zusammenzuarbeiten, ohne zu sagen, wie.

Taiwan: Xi verlangt ein anderes Wort

Washington sagt seit Jahrzehnten, es unterstütze eine Unabhängigkeit Taiwans nicht. Xi will mehr. Er forderte Trump auf, sich der Unabhängigkeit zu widersetzen und die Frage "mit Umsicht" zu behandeln.

Zu diesem Teil des Gesprächs veröffentlichte das Weiße Haus keine Zusammenfassung. Im Mai hatte Trump ein Waffenpaket für Taiwan über 14 Milliarden Dollar verschoben.

Zwei weitere Treffen stehen schon im Kalender: APEC in Shenzhen am 18. und 19. November, G20 in Miami am 14. und 15. Dezember, ausgerichtet in Trumps eigenem Golfresort. Damit sitzen sich beide 2026 zum vierten Mal gegenüber.

 

 

LIEBER SCHAUEN ALS LESEN?

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Chinesische Roboter arbeiten seit diesem Monat in der französischen Fabrik, die die Batterien für den elektrischen Renault 5 baut. Macron hat das Werk im vergangenen Jahr selbst eröffnet. Die Maschinen kommen von einer Pekinger Firma, die in Europa kaum jemand kennt, und bis die erste durch die Tür ging, vergingen acht Monate und eine Million Yuan an europäischen Zertifikaten.

Außerdem:

•  Hai Robotics, die Nummer eins bei Lagerrobotern, geht mit 3,5 Mrd. Yuan Verlusten an die Börse in Hongkong.

•  In Hefei verkauft ein Netzbetreiber einen Mobilfunktarif, dessen Kunde ein Roboter ist, für 599 Yuan im Monat.

•  FANUC baut einen Schweißroboter, der die Bauteilzeichnung liest und sein Programm selbst schreibt.

 

 

HINTER DEN KULISSEN

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Im Chimelong-Resort in Zhuhai hat AgiBot am Donnerstag seinen 20.000sten Roboter ausgeliefert. Im Park arbeiten inzwischen über 300 davon. Wir waren dabei, als Firmengründer Deng Taihua ihn an Chimelong-Chef Su Zhigang übergab.

Wir fahren mit kleinen Gruppen zu den Herstellern, die diese Roboter bauen. So läuft eine Tour bei uns ab.

 

 

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INFOGRAFIK DER WOCHE

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Deutschland putzt am meisten mit Robotern. 19 % der Erwachsenen besitzen einen Saug- oder Mähroboter, mehr als in jedem anderen der acht untersuchten Länder. Frankreich folgt mit 17 %, Indien mit 16 %.

Japan kommt auf 5 %, Südkorea auf 3 %. Beide Länder bauen seit Jahrzehnten die Industrieroboter der Welt, im eigenen Wohnzimmer steht kaum einer.

China und die USA liegen mit je 14 % gleichauf. Quelle: Statista Consumer Insights, 1.700 bis 8.600 Befragte im Alter von 18 bis 64 je Land, Januar bis Dezember 2025.

 

 

5 STORIES YOU MISSED LAST WEEK

🇨🇳 InnoCare bekommt von Eli Lilly bis zu 3,35 Mrd. $: Der Pekinger Krebsmedikamenten-Entwickler hat am Donnerstag eine Forschungspartnerschaft über bis zu 3,35 Mrd. $ mit dem amerikanischen Pharmakonzern geschlossen. InnoCare sucht mit seiner eigenen Plattform Wirkstoffe gegen bis zu fünf neue Angriffspunkte im Körper, Lilly bekommt dafür die weltweiten Vermarktungsrechte. Vorab und für die ersten Etappen fließen bis zu 100 Mio. $, die restlichen 3,25 Mrd. hängen an Entwicklungs- und Verkaufszielen. Dazu kommen einstellige Prozentsätze vom Jahresumsatz. Die Aktie gab am selben Tag in Shanghai um 10,6 % nach und in Hongkong um 7,9 %, im Sog des Gesamtmarkts. Die frühe Forschung westlicher Pharmakonzerne kommt inzwischen regelmäßig aus China.

🇯🇵 SoftBank leiht sich 11,1 Mrd. $ für OpenAI: Der japanische Konzern hat am Mittwoch die größte Hochzinsanleihe, die je ein Emittent aus Asien begeben hat, am Markt platziert. Ausgegeben wurden 10 Mrd. $ in Dollar-Anleihen und 1 Mrd. € in Euro-Anleihen, zusammen rund 1,76 Bio. Yen. Hochzinsanleihe heißt: der Schuldner gilt als riskant und zahlt dafür einen höheren Zins. Das Geld finanziert die dritte und letzte Tranche der 30 Mrd. $, die SoftBank im Februar zusätzlich für OpenAI zugesagt hat, fällig am 1. Oktober. Insgesamt hat der Konzern damit 64,6 Mrd. $ in OpenAI gesteckt, dazu kommen die Beteiligungen an den Rechenzentren drumherum.

🇹🇭 Thailand beschließt eine Halbleiterstrategie über 80 Mrd. $: Der zuständige Rat unter Vizepremier und Finanzminister Ekniti Nitithanprapas gab die erste nationale Chipstrategie des Landes frei. Bis 2050 sollen rund 80 Mrd. $ investiert werden, 230.000 Arbeitsplätze entstehen und die Branche 150 Mrd. $ im Jahr umsetzen. Der Plan läuft in drei Stufen: bis 2030 das Verpacken fertiger Chips ausbauen, bis 2040 Chipentwurf und eigene Fabriken anziehen, bis 2050 die ganze Lieferkette im Land. Seit 2023 hat die Investitionsbehörde bereits 879 Anträge über 27,2 Mrd. $ erhalten. Thailand setzt dabei auf drei Felder: Lichtleiter-Chips für Rechenzentren, Leistungshalbleiter für Elektroautos und Sensoren.

🇨🇳 YMTC erwirkt in München ein Verkaufsverbot gegen Micron: Das Landgericht München I entschied, dass der amerikanische Speicherhersteller zwei deutsche Gebrauchsmuster des chinesischen Konkurrenten Yangtze Memory verletzt, und untersagte den Verkauf der betroffenen Produkte in Deutschland. Es geht um 3D-NAND, also die Speicherchips, die Daten auch ohne Strom behalten und in Telefonen, Rechenzentren und Autos stecken. Der Streit läuft seit November 2023, und es ist der erste Punktsieg für die chinesische Seite. Micron widerspricht, hat Berufung eingelegt und greift die Schutzrechte selbst an. Chinesische Chiphersteller klagen inzwischen dort, wo ihre Wettbewerber verkaufen.

🇸🇬 StarHub verhandelt über den Kauf von M1: Singapurs zweitgrößter Mobilfunkanbieter und der Mischkonzern Keppel bestätigten am Mittwoch Gespräche über M1, die Nummer drei im Markt. Keppel hatte M1 2019 von der Börse genommen und sucht seither einen Weg zur Konsolidierung. Im Mai war der Verkauf an Simba geplatzt, damals ging es um 1,43 Mrd. Singapur-Dollar, rund 1,12 Mrd. US-Dollar. Ein Zusammenschluss von StarHub und M1 wäre die erste große Fusion unter Singapurs Mobilfunkern, vor beiden läge dann nur noch Singtel. JPMorgan berät StarHub, DBS berät Keppel und M1. Beide Seiten betonen, dass noch nichts entschieden ist.

 

 

AUCH LETZTE WOCHE

🇨🇳 BYD hat seine 2.000. Schnellladestation an einer Autobahn in Betrieb genommen und erreicht das Jahresziel damit drei Monate früher. Die Stationen liefern bis zu 1.500 kW und laden die zweite Generation der Blade-Batterie in fünf Minuten von 10 auf 70 %. Insgesamt betreibt BYD 11.586 Stationen in 341 Städten, bis Jahresende sollen es 20.000 sein.

🇰🇷 LG Display bricht den Verkauf seines Autodisplay-Werks in Nanjing ab. Der Käufer Top Run Total Solution hätte 491,5 Mio. Yuan, rund 68,9 Mio. $, gezahlt, beide Seiten fanden sich aber bei den letzten Bedingungen nicht. Der Abschluss war schon vom 30. Juli auf den 30. September verschoben worden. Vertragsstrafen fallen keine an.

🇨🇳 DJI und Insta360 liefern 93 % aller Handkameras weltweit. Im zweiten Quartal gingen laut IDC 5,88 Mio. Stück in den Handel, 57 % mehr als ein Jahr zuvor, bei einem Umsatz von rund 15,7 Mrd. Yuan. Auf DJI entfallen 73 %, auf Insta360 20 %. Zwei chinesische Firmen bestimmen damit einen Markt, den GoPro einmal erfunden hat.

 

 

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