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🟠 Chinas Batteriekönig verliert seine Kunden
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Li Auto und Xiaomi entwickeln ihre Batteriezellen jetzt selbst

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Am Mittwoch schloss die CATL-Aktie in Shenzhen bei 304,22 Yuan, dem tiefsten Stand seit einem Jahr. Kurz zuvor hatte die Firma ihre Augustzahlen gemeldet: 41,45 % des chinesischen Marktes, fast doppelt so viel wie BYD auf Platz zwei.
Die Börse interessierte das nicht.
Die Kunden bauen die Zelle jetzt selbst
Li Auto baut den neuen L8 nur noch mit Zellen von Sunwoda. Anfang September steckte die Firma 2,65 Milliarden Yuan (rund 390 Millionen Dollar) in Sunwodas Batterietochter und ist dort jetzt zweitgrößter Eigentümer. Die eigenen Zellen sollen nach und nach in alle Modelle wandern, vom L6 über den i8 bis zum Mega.
Xiaomi stellte am 4. September eine eigene Batterie vor, Dragon Armor, gebaut mit CALB und Sunwoda. Im ersten Modell SU7 kamen rund 90 % der Zellen von CATL. Im YU7 ist es die Hälfte.
Der bessere Teil des Geschäfts steckt in der Zelle
CATL hatte im ersten Halbjahr eine Bruttomarge von 23,93 %. Li Auto verdiente am Auto selbst 9,4 %. Wer die Zelle einkauft, lässt die bessere Marge beim Lieferanten.
Dazu kommt die Steuer. Seit dem 1. September zahlt man in China wieder 2 % Verbrauchsteuer auf Lithiumzellen, ab September 2027 sind es 4 %. Natrium- und Feststoffzellen bleiben bis Ende 2028 frei. Elf Jahre lang war die Lithiumzelle steuerfrei.
Marktanteil gestiegen, Kurs gefallen
Nach Zahlen des chinesischen Branchenverbands lieferte CATL von Januar bis August 218,2 GWh in chinesische Autos. Das sind 44,7 % des Marktes, knapp zwei Prozentpunkte mehr als im Vorjahr.
Die Aktie verlor im selben Zeitraum rund 35 %. Im Mai stand sie bei 467,35 Yuan. Gehandelt wird das Jahr 2027.
In Europa baut CATL weiter. In Arnstadt laufen seit 2023 Zellen vom Band, das Werk im ungarischen Debrecen ist für bis zu 100 GWh ausgelegt. Dort fehlen noch Genehmigungen, und Mercedes lässt die Batterien für seinen elektrischen VLE-Van bis heute aus China kommen.
HINTER DEN KULISSEN

Der Mann, der mich bei BrainCo herumgeführt hat, läuft selbst auf einer ihrer Prothesen.
BrainCo wurde 2015 in Harvard gegründet und sitzt seit 2018 in Hangzhou. Die bionische Hand greift die elektrischen Signale im Armstumpf ab, ganz ohne Operation, und jeder Finger bewegt sich einzeln.
Genau diese Hand sitzt inzwischen auch an Robotern: Unitree bietet sie für den G1 an. Die Hand ist der schwierigste Teil eines Humanoiden, und den Vorsprung hat ausgerechnet eine Prothesenfirma.
Ich sehe sonst Roboter, die Menschen Arbeit abnehmen. Hier nimmt einer seine Technik abends mit nach Hause.
Wir fahren jeden Monat mit Gründern und Geschäftsführern zu Firmen wie dieser. Wenn ihr BrainCo sehen wollt, sagt Bescheid.
UNSER CONTENT PARTNER: LIMEN CHINA

© Limen China
AI-Slowdown - Wer bremst, verliert?
Amerikas führende AI-Unternehmen warnen vor möglichen katastrophalen Folgen rekursiver Selbstverbesserung und fordern einen Slowdown. Präsident Trump sieht darin aber ein Geschenk an China. Peking verfolgt währenddessen seine eigene Formel aus Beschleunigung, Kontrolle und institutioneller Gestaltung.
Unser Content Partner Limen China hat 63 nationale, provinzielle und technologiebezogene chinesische Planungsdokumente ausgewertet. Ein Mechanismus zur Begrenzung von Fähigkeiten, Rechenleistung oder Entwicklungstempo findet sich darin nicht, ganz im Gegenteil. Zugleich hat China mit einem speziellen Rahmenwerk in der letzten Woche eine umfassende Architektur für AI Sicherheit vorgelegt und in Shanghai eine internationale AI-Organisation gegründet.
Was diese kontrollierte Beschleunigung für den möglichen Gipfel zwischen Xi und Trump diese Woche, für globale Sicherheitsstandards und für Europa bedeutet, lesen Sie in der neuen Analyse von Limen China.
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INFOGRAFIK DER WOCHE

© Asiabits Visuals
Lidar ist kein Autothema mehr. Bei RoboSense lag der Absatz an Robotikfirmen im ersten Quartal 2026 zum ersten Mal über dem Autogeschäft.
185.500 Stück gegen 144.800, ein Plus von 1.459 % zum Vorjahr. Zu den Kunden zählen Unitree, AgiBot und Galbot.
Wer heute einen Humanoiden oder einen autonomen Stapler baut, kauft die Wahrnehmung bei denselben Zulieferern, die Chinas E-Auto-Industrie groß gemacht haben.
5 STORIES YOU MISSED LAST WEEK
🇨🇳 D-Robotics sammelt 400 Mio. $ ein: Die chinesische Firma baut Chips und Software für Roboter, also das Rechenteil, das Kamerabilder in Bewegung übersetzt. Am Freitag schloss sie eine Series-C-Runde über 400 Mio. $ ab. Von der Chipreihe Sunrise sind bisher über 8 Mio. Stück ausgeliefert, der jüngste Chip S600 steckt bereits bei mehr als 20 Kunden. Der Umsatz lag im ersten Halbjahr um ein Vielfaches über dem Vorjahreszeitraum. Das Geld geht in die Chipfamilie und in eine Softwareplattform, die von der Datenaufnahme über das Training bis zum Einsatz auf dem Roboter alles abdeckt. Chinas Roboterbauer kaufen ihre Rechentechnik zunehmend fertig ein.
🇰🇷 Hyundai baut ab Oktober Robotaxis für Waymo: Im Werk im US-Bundesstaat Georgia laufen dann die ersten Ioniq 5 vom Band, die für den fahrerlosen Betrieb vorbereitet sind. Hyundai spricht von zehntausenden Fahrzeugen für Googles Robotaxi-Tochter Waymo, die ersten Auslieferungen sind für das vierte Quartal geplant. Die Autos bekommen schon im Werk sicherheitsrelevante Technik doppelt eingebaut und elektrisch öffnende Türen. Waymo setzt danach seine eigene Fahrtechnik hinein. Die Zusammenarbeit läuft seit Oktober 2024. Damit wandert das Robotaxi aus der Sonderanfertigung in die normale Autofabrik.
🇻🇳 Vietnam steigt am Montag zum Schwellenland auf: Der Indexanbieter FTSE Russell führt das Land bisher als Grenzmarkt, die kleinste und riskanteste Kategorie, in die viele große Fonds gar nicht investieren dürfen. Am 21. September wechselt Vietnam in die Schwellenländer-Indizes, 27 Aktien kommen neu dazu. Sechs davon, darunter Vietcombank, Vingroup und der Stahlkonzern Hoa Phat, stehen künftig auch im weltweiten FTSE All-World. Vietnams Gewicht im Schwellenländer-Index steigt von rund 0,33 auf etwa 0,49 %. Analysten rechnen mit 2,2 bis 2,4 Mrd. $, die Indexfonds deshalb kaufen müssen, verteilt auf vier Stufen bis September 2027. Die erste Stufe bringt davon nur ein Zehntel, rund 220 Mio. $.
🇨🇳 EVE Energy liefert Fluence 206 GWh Batterien: Der chinesische Batteriehersteller hat am Freitag einen Rahmenvertrag mit dem amerikanischen Speicheranbieter Fluence unterschrieben, Laufzeit 2027 bis 2031. Fest zugesagt sind 16 GWh für 2027, weitere 190 GWh sind als Kapazität reserviert. Zum Vergleich: im ersten Halbjahr lieferte EVE 44,46 GWh Speicherbatterien aus, 54,9 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Fluence wurde von Siemens und dem US-Versorger AES gegründet, ist an der Nasdaq notiert und hat bis Ende Juni 19,3 GWh Speicher installiert. Kurz vorher hatte Fluence seine Umsatzprognose für dieses Jahr von 3 auf 2,4 Mrd. $ gesenkt. Wie viel von den reservierten Mengen wirklich bestellt wird, entscheidet sich erst in den nächsten fünf Jahren.
🇯🇵 Japan und die USA sprechen über eine Chipfabrik für bis zu 19 Mrd. $: Die Wirtschaftszeitung Nikkei berichtete am Donnerstag, das Werk solle 2 bis 3 Bio. Yen kosten, umgerechnet 12,9 bis 19,3 Mrd. $. Betreiben würde es der amerikanische Auftragsfertiger GlobalFoundries, gebaut werden sollen Logikchips, also die Rechenchips in Autos, Maschinen und Telefonen. Das Projekt läuft unter dem Investitionspaket über 550 Mrd. $, das Japan den USA im Zollstreit zugesagt hat. Bestätigt hat den Plan bisher keine der beiden Regierungen. Japan bezahlt damit Fabriken in den USA, um die eigenen Exporte vor höheren Zöllen zu schützen.
AUCH LETZTE WOCHE
🇨🇳 Hello Robotaxi sammelt rund 100 Mio. $ ein und kommt damit auf eine Bewertung von knapp 3 Mrd. $. Hinter der Firma stehen der Mobilitätsanbieter Hello, die Ant Group und der Batteriehersteller CATL, angeführt wurde die Runde von der staatlichen Shanghai Guotou. Das erste Serienfahrzeug HR1 läuft seit Juli vom Band, gebaut sind bislang gut 100 Stück, und das frische Geld geht vor allem in Rechenleistung, Fahrmodelle und Trainingsdaten.
🇸🇬 Databricks investiert 350 Mio. $ in Singapur Der amerikanische Datenkonzern vervierfacht seine dortige Bürofläche auf rund 3.000 Quadratmeter und will die Belegschaft in drei Jahren von 250 auf über 500 Leute bringen. Dazu kommen Schulungen für 20.000 Menschen im Land. Zu den Kunden zählen Standard Chartered, Singtel und der singapurische Zoll.
🇨🇳 Der Yuan steht mit 6,6853 je Dollar so hoch wie seit vier Jahren nicht Auch der Kurs in Hongkong liegt mit 6,6927 auf dem stärksten Stand seit August 2022, seit Jahresbeginn hat die Währung über 4 % zugelegt. Die Notenbank hob ihren täglichen Leitkurs allein in der vergangenen Woche um 222 Basispunkte an. Chinesische Exporteure bekommen für jeden Dollar Umsatz damit weniger Yuan.
