🟠 OpenClaw macht China verrückt

+ neuer Goldrausch in Beijing

☕️ Guten Morgen Freunde,

asiatische Rentner sind eine unterschätzte Macht. Wenn ihr mal chinesische Senioren beim Tanzen im Park beobachtet habt, wisst ihr wovon wir sprechen.

Jetzt werden sie plötzlich alle OpenClaw-Fans… Mehr dazu im heutigen Top Bit.

Außerdem in der heutigen Ausgabe:

  • People's Bank of China kauft wieder mehr Gold

  • Google verhandelt über Rechenzentrum in Südkorea

  • Japan teilt Seltene-Erden-Know-how mit Malaysia

P.S. Viele fragen uns gerade: Wie kommt man noch nach Asien? Wir haben die aktuellen Flugrouten für euch auf einer Karte zusammengestellt.

Asiens schlimmste Börsenwoche seit 2020: Der MSCI Asia Pacific Index verlor -6,4%, so viel wie zuletzt im Corona-Crash März 2020. Öl sprang +18% auf 85 US$ pro Barrel, Jet Fuel in Singapur erreichte ein Allzeithoch. Südkorea sicherte sich per Notfall-Deal 4 Mio. Barrel Öl aus den Emiraten.

TOP BIT

Warum ganz China plötzlich „KI-Hummer“ züchtet

In den chinesischen Metropolen spielt sich derzeit ein bizarres Spektakel ab:
Tausende Menschen – vom Studenten bis zum 60-jährigen Rentner – stehen stundenlang Schlange, um sich eine Software namens OpenClaw installieren zu lassen.

Fast 1.000 Menschen versammelten sich vor Tencents Shenzhen-Zentrale um den AI-Agenten installiert zu bekommen.

Der Grund: Die Installation ist technisch komplex. Tencent-Ingenieure übernahmen das gratis.

Was ist OpenClaw? 🦞

Im Gegensatz zu ChatGPT, das primär chattet, ist OpenClaw ein autonomer Agent. Er wurde vom Österreicher Peter Steinberger entwickelt und kürzlich von OpenAI übernommen.

  • Fähigkeiten: OpenClaw kann selbstständig E-Mails lesen und beantworten, Präsentationen erstellen, Aktienanalysen durchführen oder Code schreiben – direkt im System des Nutzers.

  • GitHub-Rekord: Mit 250.000 Sternen in nur vier Monaten ist es das am schnellsten wachsende Open-Source-Projekt der Geschichte (schneller als Linux).

Regierung springt auf

Premier Li Qiang erwähnte AI-Agenten erstmals im Government Work Report:

"Wir fördern intelligente Terminals und AI-Agenten für kommerzielle Anwendung in Schlüsselsektoren."

Sicherheitsbedenken

Trotz des Hypes wächst die Sorge um die Sicherheit. Da OpenClaw volle Kontrolle über das Betriebssystem benötigt, sind die Risiken enorm.

  1. Der E-Mail-GAU: Eine Forscherin des Meta-Teams teilte kürzlich mit, wie ihr „Hummer“ plötzlich anfing, massenhaft E-Mails zu löschen, ohne dass sie ihn stoppen konnte – erst das physische Ausschalten half.

  2. Staatliche Warnung: Das chinesische Industrieministerium (MIIT) gab am 5. Februar eine Sicherheitswarnung heraus. Viele Instanzen seien durch Fehlkonfigurationen extrem anfällig für Cyberangriffe und Datenlecks.

  3. Hardware-Hunger: Xiaomi warnt vor massiver Hitzeentwicklung und verkürzter Akkulaufzeit bei der Nutzung von KI-Agenten auf Smartphones.

📊 Alle Details & Daten: Global Times, The Paper (cn), Indian Express

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MARKET BIT

Gold über $5.000: Chinas PBOC kauft zum 16. Mal in Folge

Die People's Bank of China hat im Februar erneut Gold gekauft. Es ist der 16. Monat in Serie seit November 2024.

Zuwachs: 30.000 Feinunzen auf jetzt 74,22 Millionen Feinunzen.

Die Details

  • Chinas Goldanteil an den Gesamtreserven: rund 8,5%.

  • Zum Vergleich: USA bei 75%, Deutschland bei 70%, Russland bei über 20%.

  • Globaler Zentralbank-Durchschnitt: 15-20%.

Für die zweitgrößte Volkswirtschaft ist 8,5% auffällig niedrig. Analysten vermuten seit Jahren, dass China weit mehr Gold hält als offiziell gemeldet. Schätzungen reichen bis 4.000-6.000 Tonnen statt der gemeldeten rund 2.300.

Global verlangsamte sich das Zentralbank-Buying im Januar deutlich: nur 5 Tonnen, verglichen mit dem 12-Monats-Durchschnitt von 27 Tonnen.

Gegentrend aus Europa: Polens Zentralbankchef Adam Glapinski schlug vor, Teile der 550 Tonnen Goldreserven zu liquidieren, um damit $13 Mrd. für Verteidigungsausgaben zu generieren. Der Vorschlag drückte den Goldpreis kurzzeitig um $70. Auch Russland und Venezuela haben zuletzt Gold abgestoßen.

Kaufen, während andere verkaufen

Gold notiert seit Ende Januar oberhalb der $5.000-Marke.
Aktuell: rund $5.100 pro Unze, nach einem Allzeithoch von $5.595 im Januar.

Haupttreiber: die Eskalation im Nahen Osten. Nach den gemeinsamen US-israelischen Angriffen auf iranische Ziele rotierten Investoren massiv in sichere Häfen.

Chinas Käufe folgen allerdings einem anderen Kalkül: Die PBOC diversifiziert systematisch weg vom Dollar. Solange geopolitische Spannungen anhalten und der Dollar als alleinige Reservewährung hinterfragt wird, dürfte sich an diesem Trend wenig ändern.

FOUNDERS INSIGHTS

„Wie viele Firmen in den USA bauen Aktuatoren für Roboter? Null."

Tuo Liu hat für MIT und Harvard Robotik-Labore entworfen. Dann ging er zurück nach Shenzhen.

Der Grund: Alle Teile, die er in Boston für seine Labore brauchte, kamen aus China. Null Hersteller in den USA, über 50 allein in Shenzhen. Für einen Ingenieur zahlt man dort $50.000 im Jahr, in den USA das Dreifache.

Tuo sah das Muster: Geld einsammeln in San Francisco, Produkt bauen in Shenzhen, verkaufen an die Welt.

Heute betreibt er Robotuo, eine Open-Source-Community mit über 270 Robotik-Gründern weltweit. Seine Karten mit 150+ Humanoid-Firmen in China gingen auf X viral.

Sein Fazit: Eine einzige Stadt in China hat mehr Robotik-Firmen als die gesamten USA.

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HIGHLIGHTS 

🇨🇳 Nexperia-Streit eskaliert zum Chip-Krieg: Chinas Handelsministerium warnt die Niederlande vor "voller Verantwortung", falls der Konflikt zwischen Nexperia und seiner chinesischen Tochter erneut eine globale Halbleiter-Krise auslöst. In der vergangenen Woche hat die niederländische Zentrale sämtliche Office-Accounts aller Mitarbeiter in China gesperrt und den Betrieb massiv gestört. Der Streit hatte bereits zuvor die weltweite Versorgung mit Automotive-Chips beeinträchtigt.

🇰🇷 Google verhandelt über Rechenzentrum in Südkorea: Nach der Freigabe hochpräziser Kartendaten durch Seoul spricht Google mit LG Uplus über ein gemeinsames Rechenzentrum. Die Daten müssen auf inländischen Servern verarbeitet werden, bevor sie ins Ausland dürfen. Damit endet ein 19 Jahre alter Streit um Koreas 1:5.000-Kartendaten. Google Maps kann in Südkorea bisher weder Auto- noch Fußgänger-Navigation anbieten.

🇯🇵 Japan teilt Seltene-Erden-Know-how mit Malaysia: Tokio unterstützt Malaysia beim Aufbau eigener Raffinierungskapazitäten für Seltene Erden. Das Land beherbergt mit der Lynas-Anlage in Kuantan die einzige große Verarbeitungsanlage außerhalb Chinas. Lynas hat dort 2025 als erstes nicht-chinesisches Unternehmen kommerziell Dysprosiumoxid produziert. Die Kooperation ist Teil von Japans Diversifizierungsstrategie bei kritischen Mineralien.

🇨🇳 Pop Mart verklagt 3D-Drucker-Firma wegen Labubu: Der Spielzeughersteller geht gegen Bambu Lab vor, weil Nutzer auf deren Plattform MakerWorld druckbare Labubu-Repliken geteilt haben. Bambu Lab wurde von ehemaligen DJI-Ingenieuren gegründet und zählt knapp 10 Mio. monatlich aktive Nutzer. Labubu macht über 30% von Pop Marts Umsatz aus. 2025 beschlagnahmte der chinesische Zoll 1,83 Mio. gefälschte Labubu-Produkte.

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