🟠 Trump: Ohne CEOs nach China

Trump in Peking: das CEO-Dinner, das nicht stattfindet

Am 14. Mai landet Donald Trump in Peking. Es ist der erste Besuch eines amtierenden US-Präsidenten in China seit Ende 2017.

Vor zweieinhalb Jahren reiste Xi Jinping in die andere Richtung. Beim APEC-Gipfel in San Francisco, November 2023, war der wichtigste Termin ein Dinner mit US-Wirtschaftsführern, organisiert vom U.S.-China Business Council und dem National Committee on U.S.-China Relations.

2.000 Dollar pro Teller, 40.000 Dollar für den Sitz neben dem Präsidenten. Tim Cook nahm einen. Elon Musk auch. Marc Benioff auch. Apple, Tesla, Salesforce, Blackstone und Dutzende mehr schickten ihre CEOs.

Das Dinner, das nicht stattfindet

Diesmal hatte Peking dieselbe Bühne vorbereitet. Eine Reihe von Branchen-Treffen zwischen Xi und US-CEOs sollte den Besuch begleiten. Washington lehnte ab.

Die Begründung gegenüber CNBC: amerikanische Manager sollten nicht "zu nah an Peking" wirken.

US-Finanzminister Scott Bessent kündigte zudem an, der Iran-Krieg werde im Gipfel das zentrale Thema sein. Wirtschaftsthemen rutschen damit in die zweite Reihe.

Bestätigt sind bisher Boeings Kelly Ortberg und Citigroups Jane Fraser. Auf der Einladungsliste, aber noch ohne Zusage: Tim Cook (Apple), Jensen Huang (Nvidia), Stephen Schwarzman (Blackstone) und etwa ein Dutzend weitere.

Halb so viele wie 2017

  • Trump in Riad, Mai 2025: über 30 US-Manager.

  • Trump in Peking, 2017: rund 30 CEOs, 37 Deals, 250 Milliarden Dollar.

  • Trump in Peking, Mai 2026: rund 12 erwartet.

Auf Trumps Wunschliste diesmal: vor allem ein Boeing-Großauftrag und Sojabohnen-Käufe.

Ingenieure und Anwälte

Dan Wang bringt es in seinem Buch Breakneck auf einen Satz:

"Amerika wird von Anwälten regiert, China von Ingenieuren."

Der Anwalt fragt, was schiefgehen könnte. Der Ingenieur fragt, wie es gebaut wird.

Beim Gipfel zeigt sich genau das.

Pekings Ingenieure wollen einen Raum voller Entscheider, die Großaufträge platzieren können: Boeing-Flieger, Sojabohnen, Halbleiter, seltene Erden. Washingtons Anwälte sehen denselben Raum und sorgen sich um Optik, Sanktionsrisiken, Kongress-Fotos.

Chinas Außenministerium an CNBC: "China begrüßt eine Ausweitung der US-Geschäftstätigkeit."

Hinter der diplomatischen Formulierung steckt die ältere Peking-Haltung: wenn das Geschäft gut läuft, kann die Politik warten.

Xi hat 2026 bereits zwölf Staatschefs empfangen, Trump ist Nummer dreizehn. Washington hat Iran als Hauptthema gesetzt.

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FOUNDERS INSIGHTS

„Move fast and break robots"

Nils Pihl, schwedischer Gründer von Auki Labs in Hongkong.

Nils Vision: eine Karte, mit der Roboter, Drohnen und AR-Brillen wissen, wo sie stehen und wer in der Nähe ist. Ohne diesen Layer wacht jedes Gerät am Koordinatenpunkt 0,0,0 auf und ist blind für die echte Welt.

Seine These: Die KI-Revolution hat per Definition noch nicht begonnen, weil 70 Prozent der Weltwirtschaft an physische Orte und körperliche Arbeit gebunden sind.

  • Sein erster Enterprise-Kunde: Schwedens größter Einzelhändler. 2026 schickt Auki „Store-Manager-Roboter" in die Filialen. Sie kartieren, was wo steht. Allein die Übergaben zwischen den Schichten sparen den Mitarbeitern 15 Minuten pro Tag.

„Break robots" meint er wörtlich. Sein Lieblingsbeispiel aus dem eigenen Lab:

👉🏻 Sein Team montiert ein Paar Greifhände im Wert von 10.000 Dollar an einen humanoiden Unitree-Roboter. Der Roboter bekommt ein Software-Update mit neuer Tanz-Choreografie. Das Gewicht der Hände ist darin nicht berücksichtigt.

Sekunden später schlägt er seine eigenen Hände gegen die Oberschenkel. 10.000 Dollar in Splittern.

Kein Schaden, sondern Lehrgeld, sagt Nils. So fängt eine KI-Revolution an.

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5 STORIES YOU MISSED LAST WEEK

🇰🇷 Samsung wieder über 1 Billion Dollar: Samsung Electronics legte am 6. Mai mehr als 15% zu und hob seine Marktkapitalisierung erneut über die 1-Billion-Dollar-Marke (erstmals am 26. Februar erreicht). Im selben Schwung schoss der Kospi zum ersten Mal in der Geschichte über 7.000 Punkte. Samsungs operativer Q1-Gewinn lag bei 57,2 Bio. Won, mehr als das gesamte Jahresergebnis 2025. Auslöser war ein Bloomberg-Bericht, wonach Apple mit Samsung und Intel über iPhone-Chips aus US-Fertigung verhandelt und damit die jahrelange TSMC-Exklusivität aufbricht. Asien hat damit zwei Tech-Konzerne im Billionen-Club, beide getragen vom AI-Memory-Boom.

🇨🇳 DeepSeek holt sich zum ersten Mal externes Kapital: Chinas heißeste AI-Schmiede steht kurz vor dem Abschluss ihrer ersten externen Finanzierungsrunde mit einer Bewertung von rund 50 Mrd. USD, das Fünffache der vor einem Monat genannten 10 Mrd.-Bewertung. Die Firma wurde bisher komplett intern aus Liang Wenfengs Quant-Hedgefonds High-Flyer finanziert, also aus dem Mutterkonzern selbst. Die Runde wird von staatsnahen Investoren angeführt, zusätzlich beteiligt sich Tencent. DeepSeek nimmt dabei gezielt strategische Investoren mit AI-Infrastruktur auf und lehnt reine Finanzinvestoren ab. Damit liegt DeepSeek auf einem Bewertungsniveau wie Anthropic vor 18 Monaten.

🇨🇳 Baidu spaltet AI-Chip-Arm für Doppel-IPO ab: Baidus interner AI-Chip-Bereich Kunlunxin steuert auf einen Doppel-Börsengang in Hongkong und an Shanghais STAR Board zu, mit einem Bewertungsziel von mindestens 100 Mrd. Yuan (14,7 Mrd. USD) allein für das HK-Listing. Das ist rund das Fünffache der 3 Mrd. USD, die Bloomberg im Dezember nannte. Baidu hält 58% und arbeitet mit CICC am Tutoring-Prozess in Shanghai. Es ist der bislang prominenteste Spinoff in Pekings Welle für AI-Chip-Eigenständigkeit nach Biren, Metax und Moore Threads aus 2025. Alibaba bereitet Berichten zufolge eine ähnliche Abspaltung seines Chip-Arms vor.

🤖 Linkerbot verdoppelt Bewertung innerhalb eines Monats: Das Pekinger Robotik-Unicorn Linkerbot, weltgrößter Hersteller hochbeweglicher Roboterhände, peilt eine Bewertung von 6 Mrd. USD an, doppelt so viel wie die gerade erst abgeschlossene Series B+ bei 3 Mrd. USD. Zu den Investoren zählen Alibabas Ant Group, HongShan und der staatliche Zhongguancun-Fonds. Eigenen Angaben zufolge hält Linkerbot 80% Weltmarktanteil bei High-Degree-of-Freedom-Roboterhänden und skaliert die Produktion auf 10.000 Hände pro Monat (von 5.000). Viele Kunden kaufen keinen kompletten Humanoid, sondern montieren Linkerbot-Hände auf bestehende Roboterarme. Die Roboterhand ist der Engpass, an dem sich das chinesische Humanoid-Rennen entscheidet.

🇹🇭 Nvidia-Chips via Thailand zu Alibaba geschleust: US-Ermittler verdächtigen die Bangkoker OBON Corp, Super-Micro-Server für mindestens 2,5 Mrd. USD mit gesperrten Nvidia-AI-Chips nach China weitergeleitet zu haben, mit Alibaba als einem der Endkunden. OBON Thailand ist Tochter einer Holding auf den British Virgin Islands und eng mit Siam.AI verbunden, Thailands nationaler AI-Initiative und Nvidias erstem offiziellen Cloud-Partner im Land. Siam.AI-CEO Ratanaphon Wongnapachant ist Neffe von Ex-Premier Thaksin Shinawatra und hostete Nvidia-CEO Jensen Huang im Dezember 2024 auf einem Gala-Event in Bangkok. Es ist der bislang größte Schmuggelfall seit Einführung der US-Exportkontrollen 2022.

EBENFALLS LETZTE WOCHE

Sony und TSMC gründen ein neues Bildsensor-Joint-Venture in Japans Kumamoto-Region und Sony hält die Mehrheit. Das MoU wurde am 8. Mai unterzeichnet und die japanische Staatsförderung eingeplant. Sonys erste AI-native Sensor-Allianz mit TSMC, holt sich Foundry-Kapazität direkt auf die Roadmap.

BYD unterzeichnet eine 100.000-Fahrzeuge-Order mit Chinas größtem Mietwagenkonzern Car Inc, inklusive Schnelllade-Stationen direkt an den Mietfilialen. Die neue Blade-Battery lädt mit 1.500 kW Spitzenleistung, 10% auf 97% in neun Minuten. BYDs "Flash Charging China"-Plan: 20.000 Stationen bis Jahresende.

Südkorea und die USA arbeiten an Korea-US Shipbuilding Partnership Initiative (KUSPI). Themen: Ausbildung, Werften-Produktivität, FDI, Forschung. HD Hyundai, Samsung Heavy und Hanwha Ocean sollen den US-zivilen Schiffbau wieder mit aufbauen, einen Sektor den heute China dominiert.

Japans Premier Takaichi und Australiens Premier Albanese unterzeichnen Abkommen zu Energie, Lebensmitteln und kritischen Rohstoffen. Australien stellt bis zu 1,3 Mrd. AUD (830 Mio. USD) für kritische Rohstoffprojekte mit japanischer Beteiligung bereit.

Deep Robotics hat das IPO-Tutoring für ein Listing am Shanghaier Star Market abgeschlossen. Der Hangzhouer Hersteller von Vierbeinern und Humanoiden reiht sich neben Unitree und Manycore Tech in Hangzhous "sechs kleine Drachen" ein, die an die Börse gehen.

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