🟠 Wie KI Jobs zerstört...

...und neue schafft.

☕️ Guten Morgen Freunde,

wir (Michael & Thomas) wurden ins Tencent-Headquarter eingeladen, um exklusiv die hauseigene Version von OpenClaw zu nutzen.

Und was sollen wir sagen… ? Es macht uns Freude, aber auch immer wieder Angst, in China zu leben. Die Geschwindigkeit hier ist einfach atemberaubend.

In der heutigen Ausgabe:

  • Japan, Malaysia & China: Asiens AI-Spaltung

  • Tencent verdoppelt KI-Budget

  • Vietnam zieht Milliarden-FDI an

P.S. Unser Partner CEIBS zeigt am 25. März in Shanghai, wie du deine Karriere auf das nächste Level bringst.

Und das Beste? Wir sind auch dabei. Hier anmelden.

KOSPI gibt 5%-Rally wieder ab: Nur einen Tag nach dem stärksten Tagesgewinn seit Monaten hat der KOSPI am Donnerstag -2,7% verloren, nachdem Israel Irans South-Pars-Gasfeld angegriffen hat und Brent-Öl auf 110 US$ gestiegen ist. Fed-Chef Powell signalisierte zudem keine baldigen Zinssenkungen wegen steigender Inflationsrisiken durch den Ölpreis.

TOP BIT

Asiens AI-Spaltung: China in Panik, Malaysia boomt, Japan stagniert

Asien erlebt im März 2026 eine historische Neuordnung des Arbeitsmarktes.

In China gründen tausende entlassene Tech-Worker in „Ein-Personen-Unternehmen“ (OPCs) und in Südostasien wird ein symbolischer Meilenstein erreicht: Tech-Gehälter in Malaysia haben erstmals das Niveau in Japan überholt.

Willkommen in Asiens AI-Paradox: Drei Länder, eine Technologie, drei komplett unterschiedliche Realitäten.

China: "Es fühlt sich an wie Squid Game"

Peking mobilisiert das ganze Land für AI – aber bei den Arbeitern herrscht nackte Panik.

Das staatliche Gründer-Programm:

  • Suzhou: 1.000 Ein-Personen-Startups bis 2028, 30 "OPC Communities"

  • Shanghai Pudong: ¥300.000 ($44k) Computing-Kosten übernommen

  • Wuhan: Spezial-Kredite + Default-Absicherung für Einzelunternehmer

Die Kehrseite: 85,5% der Chinesen sorgen sich um AI-Impact auf Jobs (11.814 Befragte). "Es fühlt sich an wie Squid Game", sagt ein Befragter aus Shanghai. "Du kannst jederzeit eliminiert werden."

Sein Arbeitgeber feuerte 2025 30% der Belegschaft. Jene, die "nicht schnell genug AI adaptierten."

Malaysia: Der stille Gewinner

Tech-Gehälter in Malaysia haben Japan erstmals überholt:

  • CTO Malaysia: ¥28 Mio ($176k), +27% YoY → Japan: ¥26 Mio, flat

  • IT Director Malaysia: ¥28 Mio → Japan: ¥25 Mio

  • R&D Director Malaysia: ¥18 Mio → Japan: ¥15 Mio

Grant Torrens, Hays Recruitment: "Malaysias Gehalts-Anstieg ist strukturell, nicht zyklisch." Grund: National Semiconductor Strategy (10-Jahres-Plan), Penang Chip-Hub, Data Center-Boom.

30% der malaysischen Workers sahen Gehaltssprünge >6% (höchste Quote in Asien). China-Firmen + Western Companies diversifizieren Supply Chains → Talent-War.

Japan: Verliert den Anschluss

Die bittere Ironie: Japan hat Fachkräftemangel, zahlt aber am schlechtesten.

56% der japanischen Tech-Workers unzufrieden mit Gehalt (höchste Quote Asien). 65% erwägen Jobwechsel (auch höchste Quote), Hauptgrund: "Limited career progression."

Asien ist im KI-Fieber, im positiven wie im negativen Sinne. Die Zukunft wird zeigen, welches Land, die Chancen besonders gut nutzt und die Risiken ausmerzen kann.

Alle Details & Daten: Nikkei Asia, Rest of World

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MARKET BIT

Tencent verdoppelt KI-Budget: +18% Gewinn finanziert die nächste Wette


Tencent hat gestern seine 2025er-Zahlen vorgelegt und liefert mit den Zahlen einen der bisher stärksten Belege dafür, dass AI für Chinas Tech-Riesen nicht mehr nur Zukunftswette ist, sondern schon heute echtes Geld verdient.

Die Zahlen:

  • Umsatz: RMB 751,8 Mrd. ($109 Mrd.), +14%

  • Bereinigter operativer Gewinn: 280,66 Mrd. Yuan. (§40,7 Mrd.), +18%

Die Details

2025 hat Tencent 18 Mrd. Yuan ($2,6 Mrd.) in seine beiden größten KI-Produkte gesteckt: das Sprachmodell Hunyuan und den Chatbot Yuanbao. Allein im vierten Quartal flossen über 7 Mrd. Yuan ($1 Mrd.).

2026 soll sich dieser Betrag mehr als verdoppeln, finanziert aus den steigenden Gewinnen des Kerngeschäfts. Präsident Lau bezeichnete die Ausgaben als Vorab-Investitionen zum Aufbau einer Grundlage, nicht als laufende Betriebskosten.

  • Die 18 Mrd. Yuan umfassen zudem nur Hunyuan und Yuanbao. KI-Initiativen in bestehenden Produkten und Tencent Cloud kommen obendrauf.

KI-Offensive:

  • Hunyuan: Ex-OpenAI-Forscher Yao Shunyu leitet jetzt die Hunyuan-Entwicklung. Version 3.0 steht kurz vor dem Release.

  • Yuanbao: 1 Mrd. Yuan Werbebudget, 50 Mio. tägliche Nutzer, zum chinesischen Neujahr 3,6 Mrd. Draws und 1 Mrd. AI-generierte Aufgaben.

  • NEU: Das neue "OpenClaw"-Paket bündelt QClaw (Endnutzer), Lighthouse (Entwickler) und WorkBuddy (Unternehmen).

Parallel entwickelt Tencent einen eigenen KI-Agent für WeChat, der autonom Mini-Programme bedienen soll.

Das Fundament

WeChat: 1,418 Mrd. monatlich aktive Nutzer (+2%). Die Monetarisierung zieht an: Video Accounts +20% Nutzungszeit, Mini Programs +70% Transaktionswert in H2, Payments in 78 Ländern und 36 Währungen.

Gaming bleibt der Cash-Motor: +18% im Inland, +33% international auf insgesamt 241,6 Mrd. Yuan. Das Werbegeschäft wuchs um 19% auf 145 Mrd. Yuan, weil KI-gestütztes Ad-Targeting die Preise nach oben treibt.

Die Rechnung geht auf

Tencent gibt Rekordsummen für AI aus und wird trotzdem profitabler. Dabei ist AI der Hebel auf das bestehende Ökosystem: bessere Ads, effizientere Cloud, smartere Recommendations.

CEO Pony Ma bringt es auf den Punkt: "Our highly resilient core businesses provide us with the resources to fund our increasing investments in AI."

Die Verdopplung 2026 ist Reinvestition in einen Kreislauf, der bereits Rendite liefert.

HIGHLIGHTS 

🇨🇳 Chinas Ein-Personen-KI-Startups: Chinesische Städte überbieten sich mit Gratis-Wohnungen, subventionierten Rechenkapazitäten und Sonderkrediten, um Solo-Gründer anzulocken, die mit KI-Tools ganze Unternehmen allein betreiben. Suzhou will bis 2028 dreißig OPC-Communities und 1.000 Ein-Personen-Unternehmen aufbauen. Shanghais Pudong-Distrikt übernimmt Computing-Kosten bis 300.000 Yuan (44.000 USD), Wuhan bietet Sonderkredite mit staatlicher Ausfallabsicherung.

🇰🇷 Samsung sichert sich AMD-Deal für HBM4: Samsung-Chairman Lee Jae-yong hat AMD-CEO Lisa Su in Seoul zum Dinner empfangen und eine Kooperation für KI-Chips besiegelt. Samsung wird bevorzugter HBM4-Lieferant für AMDs neuen KI-Beschleuniger Instinct MI455X, der erste offizielle HBM4-Deal seit Lieferbeginn im Februar. Dazu kooperieren beide bei DDR5-Speicher für AMDs Helios-Plattform sowie bei Foundry- und Packaging-Services. Samsung und AMD arbeiten seit 2007 zusammen, angefangen bei Grafikkartenspeicher.

🇻🇳 Vietnam zieht Milliarden-FDI an: In den ersten zwei Monaten 2026 hat Vietnam über 6 Mrd. USD an neuen Direktinvestitionen registriert, darunter ein 1,2-Mrd.-USD-Projekt für High-Tech-Leiterplattenproduktion. Die tatsächlichen Zuflüsse stiegen um 8,8% auf 3,2 Mrd. USD. Unter den jüngsten Investoren: GE Vernova wählt Vietnam als erstes asiatisches Land für seine Energiekonferenz, G42 aus den Emiraten plant Rechenzentren für rund 2 Mrd. USD. Starlink hat zudem die Genehmigung für seinen Satelliten-Internetdienst im Land erhalten.

🇯🇵 Japans Startups wagen den Sprung ins Ausland: Japanische Gründer suchen zunehmend Wachstum jenseits des Heimatmarkts. Im Januar pitchten acht japanische Startups bei einem Austauschprogramm in Dubai neben Delegationen aus Indien, der Türkei und Saudi-Arabien. Robotik-Startup Mujin sicherte sich 2025 mit 36,2 Mrd. Yen die größte Finanzierungsrunde des Jahres für die US- und Europa-Expansion. Insgesamt flossen 2025 rund 3,2 Mrd. USD in japanische Startups, 12% mehr als im Vorjahr.

BEHIND THE BITS

Letzte Woche haben noch Tausende angestanden, damit ihnen ein ITler oder Ingenieur OpenClaw installiert.

Drei Tage später gibt es eine Version, die man in fünf Minuten selbst zum Laufen bringt, inklusive Sicherheitsfeatures.

Wir waren mit fünf befreundeten Foundern und Unternehmern im Tencent-Hauptquartier dabei und haben History miterlebt.

Wir haben das Glück, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein.

Schönes Wochenende!

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